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Börse
Konjunkturdaten drücken Dax ins Minus

Lexikon: Glossar - Aktienmarkt von A bis Z
Lexikon: Glossar - Aktienmarkt von A bis Z FOTO: dpa, Fredrik Von Erichsen
Frankfurt/Main. Enttäuschende deutsche Konjunkturdaten und eine schwache Wall Street haben den Dax am Freitag belastet. Auch nach dem mit Spannung erwarteten US-Arbeitsmarktbericht rätseln Börsianer weiter, wann die US-Notenbank Fed sich von ihrer Nullzinspolitik verabschieden wird.

Der Dax schloss 0,81 Prozent tiefer bei 11.491 Punkten. Auf Wochensicht schmolz das Plus damit auf 1,61 Prozent zusammen. Für den Index der mittelgroßen Werte MDax ging es am Freitag um 1,35 Prozent auf 21.114 Zähler nach unten, und der Technologiewerte-Index TecDax büßte 1,91 Prozent auf 1759,78 Punkte ein.

Die Anleger am deutschen Aktienmarkt können sich auf eine weitere spannende Woche freuen. Angesichts der etwas abnehmenden Zahlenflut von den Unternehmen richteten sich die Blicke stärker auf die Zinspolitik und die Konjunktur, sagte Aktienhändler Andreas Lipkow vom Vermögensverwalter Kliegel & Hafner. Große Sprünge für den Dax seien nach dem jüngsten Anstieg aber wohl erst einmal nicht mehr drin.

Im Fokus bleiben in der kommenden Woche die Quartalsberichte der Unternehmen. Zwar geht es nach dem Höhepunkt in der abgelaufenen Woche etwas ruhiger zu. Langweilig wird es deshalb aber nicht. So haben die bisher vorgelegten Geschäftsberichte bei einigen Aktien schon für ordentlich Wirbel gesorgt. Im Dax öffnen in der neuen Woche ThyssenKrupp, Eon, Henkel, K+S und RWE ihre Bücher.

Der zweitgrößte deutsche Versorger RWE steht im Kampf gegen seinen weiteren Absturz im Sog der Energiewende vor einer Schlüsselwoche. Am Montag entscheidet der Aufsichtsrat über einen tiefgehenden Umbau, am Donnerstag folgen Geschäftszahlen. Der Abwärtstrend im Tagesgeschäft dürfte sich nach Einschätzung von Experten im ersten Halbjahr beschleunigt haben.

Mit Blick auf den gesamten Aktienmarkt dürften die Risiken durch die Wachstumsabschwächung in China sowie die anstehende Zinswende in den USA die Börsianer weiter beschäftigen, schrieb Marktstratege Andreas Hürkamp von der Commerzbank in einer Studie. Angesichts dieser Risiken - auch Griechenland sollte nicht vergessen werden - dürfte der Dax in den kommenden Wochen wohl kaum deutlich zulegen. Mittelfristig bleibt der Experte aber optimistisch: Der deutsche Leitindex dürfte bis zum Frühjahr 2016 Kurs auf 13.000 Punkte nehmen. Aktuell liegt der Dax bei etwa 11.500 Punkten.

Wann genau die US-Notenbank Fed den Leitzins erhöhen wird, bleibt ungewiss. Die meisten Experten rechnen mit einem Schritt bereits im September, doch könnte die Fed noch länger zögern.

Noch vor dem Start in die neue Woche schauen Börsianer nach China. Dort werden am Wochenende Daten zu den Importen und Exporten erwartet, bevor zur Wochenmitte der Einzelhandelsumsatz sowie die Industrieproduktion veröffentlicht werden. Sorgen um ein nachlassendes Wachstum der chinesischen Wirtschaft hatten zuletzt insbesondere auf den Aktien deutscher Autobauer gelastet, für die China ein wichtiger Absatzmarkt ist.

In Deutschland achten die Anleger am Dienstag auf die ZEW-Konjunkturerwartungen für den August. Noch größeres Interesse gilt aber am Freitag Daten zum Wirtschaftswachstum Deutschlands und anderer Länder der Eurozone im zweiten Quartal.

(dpa)
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