Dow-Jones sackt in den Keller: Kriegssorgen belasten US-Börse
zuletzt aktualisiert: 25.02.2003 - 08:07New York (rpo). Die unsichere Irak-Situation hat ein weiteres Mal die US-Börsen belastet. Der Dow-Jones-Index sackte am Montag ordentlich in den Keller, auch der NASDAQ-Index schrieb Verluste.
Händler sagten, die Anleger befürchteten, der Irak werde die Abrüstungsauflagen nicht einhalten und damit einen Krieg auslösen.
Einen entsprechenden Resolutionsentwurf legten die USA und Großbritannien am Nachmittag dem Weltsicherheitsrat vor. Darin heißt es, Bagdad habe die letzte Chance verpasst, seinen Verpflichtungen nachzukommen. Der Markt habe dies als Kriegserklärung verstanden.
Der 30 Standardwerte umfassende Dow-Jones-Index fiel um 159,87 Zähler oder zwei Prozent auf 7858,24 Punkte und der technologielastige NASDAQ-Index verlor 26,65 Zähler auf 1322,37 Punkte, ein Minus von ebenfalls zwei Prozent. Alles schaut auf die Irak-Situation; selbst positive Firmennachrichten werden übersehen, sagte der Händler Jeff Swensen von der Firma John Hancock Advisors.
Nach Börsenschluss meldeten Agenturen, der irakische Präsident Saddam Hussein habe gesagt, er werde die UN-Forderung zur Vernichtung illegaler Al-Samoud-Raketen nicht befolgen.Der breitere Standard & Poors 500-Index gab um 15,59 Zähler oder 1,8 Prozent auf 832,58 Punkte nach. An der New York Stock Exchange wurden 1,2 Milliarden Aktien umgesetzt.
Der Abwärtstrend ging von den Einzelhandelswerten aus, nachdem Wal-Mart Stores bekannt gab, die jüngsten Schneestürme im Nordosten hätten Umsatzeinbrüche zur Folge gehabt.
Die Konkurrenten J.C. Penney und Federated Department Stores revidierten als Folge der Winterstürme ihre Umsatzprognosen für Februar nach unten. Die niederländische Supermarktkette Ahold trug mit zur Belastung der Einzelhandelstitel bei. Ahold fielen um 61 Prozent, nachdem das Unternehmen buchhalterische Unregelmäßigkeiten mitgeteilt hatte.
Citigroup zog Finanztitel nach unten. Die Zeitung Financial Times berichtete, Citigroup verhandle mit US-Aufsichtsbehörden über einen möglichen Vergleich im Zusammenhang mit dubiosen Krediten an die Enron Corp, die im Dezember 2001 Bankrott ging.
Die Feinunze Gold verteuerte sich um 4,60 Dollar auf 356,40 Dollar. Im Devisenhandel profitierte der Euro von Andeutungen einer Zinssenkung durch die Europäischen Zentralbank. Der Kurs stieg gegenüber dem US-Dollar auf 1,0796 (1,0772) Dollar.
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