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München
Kursverluste der Bank nagen an Fitschens Vermögen

München. Der Kursverlust der Deutschen-Bank-Aktie nagt auch an den Finanzen von Co-Chef Jürgen Fitschen: Fitschen habe ausschließlich Aktien der Deutschen Bank im Depot, entsprechend habe sich sein Vermögen verringert, sagte sein Anwalt Hanns Feigen gestern vor dem Landgericht München. Dort ist Fitschen zusammen mit vier Ex-Managern wegen versuchten Prozessbetrugs im Fall Kirch angeklagt.

Genau wie andere Angeklagte in Strafprozessen musste Fitschen vor wenigen Wochen eine Erklärung zu seinen finanziellen Verhältnissen abgeben. Diese hatte die Staatsanwaltschaft aber nicht überzeugt: Offenbar habe sich das Vermögen Fitschens deutlich verringert, merkte sie an. Fitschens Anwalt konterte: "Sie sollten mal die Zeitung lesen, dann würden Sie sehen, wie sich der Kurs der Bank geändert hat."

Richter Peter Noll überzeugte sich gleich am Computer im Gerichtssaal vom Kurs: "14,25 Euro, der Pfeil zeigt nach unten", sagte er. Vor der Finanzkrise war die Aktie mehr als 100 Euro wert gewesen. Auch bei seiner Vergütung als Vorstandschef musste Fitschen im vergangenen Jahr Abstriche machen: 2015 verdiente er 3,8 Millionen Euro nach 6,7 Millionen Euro ein Jahr zuvor.

Der Top-Manager ist zusammen mit seinen Vorgängern Josef Ackermann und Rolf Breuer sowie weiteren Ex-Bankern wegen versuchten Prozessbetrugs angeklagt. Sie sollen sich vor fünf Jahren abgesprochen haben, um Richter zu täuschen und Schadenersatzforderungen für die Pleite des Kirch-Konzerns abzuwehren. Die Angeklagten bestreiten dies. Gestern gab es eine Schlappe für die Staatsanwaltschaft: Noll lehnte mehrere ihrer Anträge ab. Nach einem Jahr Prozessdauer will er das Verfahren zu Ende bringen.

(dpa)
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