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Leipzig/Hamburg
Landesbank HSH: Frühere Vorstände erneut vor Gericht

Leipzig/Hamburg. Der Prozess um komplizierte Geschäfte der Landesbank HSH Nordbank (Kiel) mit einem Millionenschaden muss neu aufgerollt werden. Der Bundesgerichtshof kassierte in einer Revisionsverhandlung in Leipzig die Freisprüche für sechs frühere Landesbank-Manager, unter ihnen die ehemaligen Vorstandschefs Hans Berger und Dirk Jens Nonnenmacher. Ob die damaligen Vorstände Ende 2007 bei der Zustimmung zu einem Paket mit Kreditausfall-Geschäften ihre Pflichten in unerlaubtem Maße verletzt hätten, sei den Ausführungen des Landgerichts Hamburg nicht zu entnehmen.

Die Vorinstanz hatte das Geschäft, das unter dem Namen "Omega 55" abgeschlossen worden war, zwar als sinnlos bezeichnet, die Pflichtverletzung aber nicht als gravierend genug für eine Verurteilung angesehen. Dabei war es um ein Geschäft gegangen, mit dem die Landesbank kurz vor der Finanzkrise ihre Eigenkapitalquote aufbessern und so ihre Bilanz entlasten wollte, mit dem sie sich aber stattdessen zusätzliche Risiken ins Haus holte. Die Bank musste letztlich mit einem rund 13 Milliarden Euro schweren Rettungspaket von den Bundesländern Hamburg und Schleswig-Holstein, ihren beiden Eigentümern, vor dem Aus gerettet werden.

Mit den Vorwürfen wegen Untreue - und bei zwei Angeklagten auch wegen Bilanzfälschung - muss sich nun eine andere Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Hamburg beschäftigen. Beim ersten Prozess hatte erstmals in Deutschland der komplette Vorstand eines Bankhauses vor Gericht gestanden.

(dpa/rtr)
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