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Börse
Leichtes Minus am deutschen Aktienmarkt

Lexikon: Glossar - Aktienmarkt von A bis Z
Lexikon: Glossar - Aktienmarkt von A bis Z FOTO: dpa, Fredrik Von Erichsen
Frankfurt/Main. Nach seinem jüngsten Rekord hat der deutsche Leitindex am Montag leicht geschwächelt. Enttäuschende Daten aus China hätten die Stimmung etwas gedrückt, seien aber insgesamt gut verdaut worden, hieß es am Markt.

Der Dax ging mit einem Minus von 0,29 Prozent auf 12.339 Punkten aus dem Tag, hatte allerdings am Freitag im Handelsverlauf einen Höchststand von 12.390 Punkten erreicht. Der MDax der mittelgroßen Werte beendete den Handel zum Wochenstart fast unverändert mit einem Plus von 0,02 Prozent auf 21.623 Zähler. Der Technologiewerte-Index TecDax rückte hingegen um 0,69 Prozent auf 1687,89 Punkte vor.

Ein überraschend starker Rückgang des chinesischen Außenhandels im März hatte neue Sorgen über den Zustand der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft geweckt. Eine Abschwächung der Wirtschaft hätte auch Einfluss auf Europa, denn der chinesische Markt ist von wachsender Bedeutung für die hiesigen Exporteure.

"Nach den letzten freundlichen Handelstagen hat der Dax erstmal wieder Luft geholt", kommentierte Händler Andreas Lipkow von Kliegel & Hafner. "Es fehlte die Courage, um in den deutschen Markt reinzugehen." Die Geldströme seien vor allem spürbar getrieben durch das billige Geld der Notenbanken, insbesondere zuletzt durch das der Europäischen Zentralbank (EZB), ansonsten seien die Investoren aber risikoscheu, wie Lipkow betonte.

Durch Käufe von Staatsanleihen der Euroländer flossen und fließen bis September 2016 weiterhin Milliardenbeträge in die Märkte. Der Euro geriet so unter Druck, was wiederum der Exportwirtschaft hilft. Experten warnen jedoch, dass die Aktienkurse der wirtschaftlichen Entwicklung davonlaufen könnten.

Während in den USA die Berichtssaison anläuft, standen im Dax einzig die Verkehrszahlen der Lufthansa an. Deutschlands größte Fluggesellschaft hatte in dem vom Absturz einer Germanwings-Maschine gezeichneten Schicksalsmonat März konzernweit etwas weniger Passagiere befördert. Durch tagelange Pilotenstreiks waren zahlreiche Flüge ausgefallen. Das Papier gab um 0,27 Prozent nach.

Für Missstimmung sorgte vor allem die öffentlich gemachte Führungskrise bei Europas größtem Autobauer Volkswagen.
Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch hatte sich im Magazin "Spiegel" von Vorstandschef Martin Winterkorn distanziert, steht damit aber wohl weitgehend isoliert da. Die VW-Titel büßten daraufhin am Dax-Ende 1,80 Prozent ein.

Im MDax brachen die Papiere von Wincor Nixdorf nach einer Gewinnwarnung am Freitagabend zeitweise auf 38,66 Euro ein. Mit einem Minus von knapp elf Prozent auf 40,675 Euro beendeten sie den Handel. Der Geldautomatenhersteller hatte mitgeteilt, nach einer enttäuschenden ersten Geschäftsjahreshälfte nicht mehr mit einem Umsatz- und Ergebnisplus für 2014/15 zu rechnen.

An Europas Börsen gab es vorwiegend grüne Vorzeichen. Der EuroStoxx 50 beendete den Handel mit plus 0,31 Prozent bei 3828,78 Punkten und auch in Paris wurden Gewinne verzeichnet. In London hingegen gab die Börse nach. In den USA legte der Wall-Street-Index Dow Jones um 0,1 Prozent zu.

Am deutschen Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere bei 0,13 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,04 Prozent auf 140,78 Punkte. Der Bund-Future stieg um 0,07 Prozent auf 159,25 Punkte. Der Kurs des Euro fiel: Die EZB setzte den Referenzkurs auf 1,0552 (Freitag: 1,0570) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9477 (0,9461) Euro.

(dpa)
 
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