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Bonn/Detroit
Lieferanten-Klage bringt Solarworld wieder in Not

Bonn/Detroit. Der Bonner Photovoltaik-Konzern Solarworld, der sich vor zwei Jahren nur mit einem Schuldenschnitt vor dem Zusammenbruch retten konnte, ist erneut in eine schwere Krise geraten. Der ehemalige Silizium-Lieferant Hemlock aus den USA verlangt von dem Unternehmen umgerechnet knapp 700 Millionen Euro Schadenersatz für nicht eingehaltene Lieferverträge. Das zuständige Gericht im Bundesstaat Michigan scheint der Sicht des Klägers zuzuneigen: In einer ersten Entscheidung zum weiteren Ablauf des Prozesses vom Mittwoch (Ortszeit) zerriss es die Argumente der Bonner in der Luft und bat Hemlock, seinen aktuellen Schaden und die Anwaltskosten zu beziffern - für Rechtskundige ein klarer Hinweis auf einen nahen Sieg Hemlocks in dem Verfahren.

Solarworld informierte seine Aktionäre gestern über die neue Situation. Die Folge: Der Börsenkurs stürzte um mehr als elf Prozent ab. Müsste der Konzern die 700 Millionen Euro zahlen, wäre dies ein Vielfaches der aktuellen flüssigen Mittel, über die Solarworld verfügt.

(dpa)
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