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Düsseldorf
Lufthansa favorisiert Flughafen Köln

Düsseldorf. Vorstandschef Carsten Spohr rechnet mit weiterem Wachstum. Gerade Privatkunden fliegen öfter. Von Reinhard Kowalewsky

Die Deutsche Lufthansa will speziell vom Flughafen Köln-Bonn aus deutlich mehr Flüge über ihren Discount-Ableger Eurowings abwickeln und so ihre Position als wichtigste Fluggesellschaft in NRW festigen. Dies erklärte Lufthansa-Chef Carsten Spohr bei einem Besuch der Wirtschaftspublizistischen Vereinigung (WPV) in Düsseldorf.

Spohr erklärte, Lufthansa sei inklusive Eurowings schon jetzt die wichtigste Fluggesellschaft in Düseldorf, Köln-Bonn und an allen anderen NRW-Flughäfen außer Weeze, dem Hauptflughafen des Billiganbieters Ryanair in der Region.

Spohr befürwortet zwar grundsätzlich, dass es für die Luftfahrt mehr Flugrechte gibt, meint aber, dass NRW stärker auf Köln setzen solle, statt nun unbedingt in Düsseldorf neue Kapazitäten zu schaffen: "Es muss bejaht werden, dass Köln mehr Ferienverkehr aufnehmen kann." Deswegen baue der Lufthansa-Ableger Eurowings sein Angebot bevorzugt in Köln aus. "Unser neues Angebot einer Low-Cost-Langstrecke haben wir gezielt nach Köln gebracht, nachdem wir uns wegen der hohen Gebühren nicht mit Düsseldorf einigen konnten."

Skeptisch zeigte er sich gegenüber dem Plan, die Kapazität in Düsseldorf zu erhöhen. Der Hauptgrund sei, dass er einen politischen Kuhhandel zu Lasten von Lufthansa befürchte: Es könne passieren, dass die in Düsseldorf wichtigsten Flieger Lufthansa/Eurowings und Air Berlin trotz ihrer bevorzugten Heimatrechte weniger häufig spätabends landen dürften, weil die Politik auf Bedenken von Anwohnern Rücksicht nehmen wolle. Im Gegenzug würde die Politik genehmigen, dass Düsseldorf eine deutliche Kapazitätserweiterung bekäme.

Wenig hält der wichtigste deutsche Luftfahrtmanager allerdings auch von Ideen der NRW-Grünen, den geplanten Ausbau in Düsseldorf mit einer neuen Lärmabgabe zu behindern, die gezielt nicht kleinere Regionalflughäfen treffen solle. Ein Grund ist, dass Spohr grundsätzlich weitere Belastungen für die Luftfahrt ablehnt, um wettbewerbsfähig zu sein. Es sei aber auch eine Illusion zu glauben, dass eine Abgabe die Nachfrage ernsthaft beeinflussen könne: "Die Kunden wollen von größeren Airports starten, und die Airlines wollen an größeren Flughäfen landen. Darum sind reine Regionalflughäfen tot."

Der Lufthansa-Chef wies darauf hin, dass das künftige Wachstum der Luftfahrt zu rund 75 Prozent durch private Reisende komme. Um diese anzusprechen, würde der Konzern Eurowings ausbauen, aber auch auf Langstrecken oft besonders günstige Tickets anbieten, die aber weniger Extras beinhalten.

Quelle: RP
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