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Düsseldorf
Lufthansa-Gesprächsangebot verpufft

Düsseldorf. Während die Ufo zu dem Jobgipfel schweigt, äußern sich die Piloten skeptisch. Von Maximilian Plück

Ein gut gemeintes Angebot der Lufthansa läuft ins Leere. Das Management hatte vorgeschlagen, sich mit allen drei relevanten Gewerkschaften zu einem Jobgipfel an einen runden Tisch zu setzen, um die strittigen Themen Versorgung, Arbeitsplatzperspektiven und Arbeitsplatzsicherheit auszuräumen.

Während die Gewerkschaft Verdi, die vor allem das Bodenpersonal vertritt, den Schritt begrüßte, schweigt die Unabhängige Flugbegleiter-Organisation (Ufo) derzeit noch beharrlich dazu, ob sie an dem für den 2. Dezember geplanten Treffen teilnimmt. Vonseiten der Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) kamen dagegen bereits verhaltene Signale: Zwar begrüßten die Piloten, dass der Konzern auf die Ängste der Mitarbeiter eingehen und langfristige Perspektiven anbieten wolle. Zugleich kritisierte die VC, dass die Lufthansa in den vergangenen Monaten wiederholt Streiks per Gericht verbieten ließ und Schadensersatz in Höhe von 60 Millionen Euro verlangt. Zudem befürchtet die VC, die Lufthansa spiele mit ihrem Jobgipfel ein falsches Spiel: Das Management hatte einen Pilotenstreik mit der Begründung verbieten lassen, dass die Gewerkschaft unzulässig Arbeitsplatz- und Versorgungsthemen miteinander verknüpft hätte. Da es bei dem Jobgipfel aber gerade um diese beiden Themenkomplexe gehen soll, befürchtet ein VC-Sprecher, "dass die Lufthansa gegebenenfalls in unzulässiger Weise erneut vor Gericht behauptet, dass es der VC um einen Eingriff in die unternehmerische Freiheit geht".

Hagen Lesch, Tarifexperte am Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hält diese Befürchtungen für unbegründet: "Wenn eine Gewerkschaft ein ordentlich formuliertes Streikziel hat, das sich nicht gegen unternehmerische Entscheidungen richtet, werden sich die Gerichte schwer damit tun, einen Arbeitskampf zu verbieten." Das habe man zuletzt bei der Ufo gesehen. Die Lufthansa-Beschäftigten müssten im Blick behalten, dass das Management am längeren Hebel sitze, so Lesch: "Letztlich laufen sie Gefahr, sich tot zu streiken." Die Lufthansa schaffe einfach günstigere Stellen bei der Eurowings. "Klar ist, dass die Hochlohn-Mitarbeiter Einschnitte akzeptieren müssen. Deshalb sollten sich alle drei Gruppen an einen Tisch setzen und eine faire Verteilung der Lasten aushandeln", so der IW-Experte.

Quelle: RP
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