| 21.25 Uhr

Bislang Umsatz von fast 27 Milliarden Euro
Lufthansa steuert erneut auf Rekordergebnis zu

Lufthansa steuert auf Rekordergebnis zu - EU hat nach Air-Berlin-Übernahme aber Bedenken
Ein Lufthansa-Flugzeug vom Typ Airbus A380-800 (Archivbild). FOTO: dpa
Berlin. Inmitten des Prozesses der Übernahme von Air Berlin sieht sich die Lufthansa vor einem "Rekordergebnis" für 2017. Nach drei Quartalen lag der Umsatz bislang bei fast 27 Milliarden Euro. Die EU rechnet unterdessen damit, dass die Lufthansa wegen der Air-Berlin-Übernahme Strecken abgeben muss.

Der Konzern vermeldete am Mittwoch zwar eine Gewinneinbuße für das dritte Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, zugleich stieg aber das um Sondereffekte bereinigte Quartalsergebnis vor Zinsen und Steuern um knapp ein Drittel auf 1,52 Milliarden Euro. 

Die Lufthansa erhöhte ihren Umsatz im dritten Quartal um gut elf Prozent auf 9,81 Milliarden Euro. Für das vierte Quartal erwartet die Fluggesellschaft einen erneuten Anstieg um 5,5 Prozent sowie "leicht rückläufige Stückkosten". In den ersten neun Monaten des Jahres lag der Umsatz bei knapp 26,8 Milliarden Euro, das war ein Zuwachs von mehr als zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Kartellrechtliche Bedenken nach Air-Berlin-Übernahme

Konzernchef Carsten Spohr sagte in Frankfurt am Main, die Lufthansa sei auf dem besten Weg, 2017 "ein Rekordergebnis zu erwirtschaften". So erlange das Unternehmen die nötige "Investitions- und Wachstumsfähigkeit", um sich an der Konsolidierung des europäischen Airline-Marktes zu beteiligen.

Die Lufthansa hatte sich jüngst mit der insolventen Air Berlin auf die Übernahme großer Unternehmensteile geeinigt. Dass die Nummer eins in Deutschland einen Großteil der Nummer zwei schluckt, führt bei Konkurrenten und Wettbewerbshütern zu kartellrechtlichen Bedenken.

EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vom Mittwoch, die Lufthansa werde wohl Strecken abgeben müssen, damit die Kommission grünes Licht für den Deal gibt. Die bisherigen Routen von Air Berlin und Lufthansa hätten sich offensichtlich erheblich überschnitten. "Auf einigen Strecken gibt es jetzt einen sehr hohen Marktanteil oder sogar ein Monopol", fügte sie hinzu. Daraus resultierende höhere Preise und schlechterer Service müssten verhindert werden.

Der letzte Flug unter dem Code von Air Berlin findet am Freitag statt. Ab Samstag würden von den 140 Maschinen "80 bis 90 am Boden" bleiben, sagte Spohr. Das könne nicht komplett kompensiert werden.

(AFP)
 
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