Bussparte schreibt wieder schwarze Zahlen: MAN legt beim Auftragsvolumen zu
zuletzt aktualisiert: 21.09.2004 - 15:08Hannover (rpo). Nutzfahrzeuge finden zur Zeit beinahe reißenden Absatz, jedenfalls bringen sie nicht nur dem Nutzfahrzeughersteller MAN deutlich verbesserte Auftragszahlen. Auch DaimlerChrysler profitiert vom Aufschwung auf dem Lkw-Markt.
Das Auftragsvolumen bei MAN stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 20,8 Prozent auf rund 3,8 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Dienstag in Hannover im Vorfeld der Messe IAA Nutzfahrzeuge mitteilte. Der Umsatz kletterte im selben Zeitraum um 12,5 Prozent auf rund 3,4 Milliarden Euro.
Die im vergangenen Jahr in die Krise gerutschte Bussparte erwirtschaftete nach einem Minus von 11,4 Millionen Euro ein Ergebnis von plus 17,1 Millionen Euro. Für die gesamte MAN-Gruppe stieg das Ergebnis vor Steuern von 41,2 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2003 auf 109,4 Millionen Euro im laufen Geschäftsjahr.
Der Vorstandsvorsitzende der MAN Nutzfahrzeuge AG, Hakan Samuelsson, erwartet bis Ende 2004 eine Absatzsteigerung von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig soll das Ergebnis gegenüber 2003 um 100 Millionen auf 300 Millionen Euro zulegen. Wegen gestiegener Rohstoffpreise will MAN die Preise für seine Fahrzeuge zum kommenden Jahr um 1,5 Prozent anheben.
Trotz der deutlichen Zuwächse im laufen Jahr äußerte sich Samuelsson im Hinblick auf seine Erwartungen für 2005 zurückhaltend. Hier erhoffe er sich "klarere Signale vom Binnenmarkt", sagte der MAN-Vorstandschef. Dabei gebe es derzeit ein "kleines Fragezeichen".
Rußpartikelfilter ohne Harnstoff wird auf IAA vorgestellt
Auf der am Donnerstag startenden IAA Nutzfahrzeuge präsentiert MAN als erster Hersteller einen Dieselmotor mit Rußpartikelfilter, der ohne den Zusatz von Harnstoff auskommt und die Abgasnorm Euro 4 erfüllt. Samuelsson sieht hier für sein Unternehmen einen Vorteil, weil es für den bei Motoren anderer Hersteller benötigten Zusatzstoff noch keine Infrastruktur gebe. Zudem sei das System ohne Harnstoff preiswerter, betonte Samuelsson.
Für den von einigen Herstellern bereits im kommenden Jahr angebotenen Motor mit der strengeren Abgasnorm Euro 5 sieht der MAN-Vorstandschef derzeit "keinen großen Bedarf". Sollte sich diese Situation ändern, sei MAN in der Lage, kurzfristig zu reagieren.
Wie das Unternehmen in München mitteilte, wird Karlheinz Hornung neuer Controlling-Vorstand bei MAN. Der Aufsichtsrat habe den ehemaligen Finanzvorstand der mg technologies AG zum 1. Oktober zum Nachfolger von Philipp Zahn berufen, teilte der Konzern nach der Aufsichtsratsitzung mit. Zahn habe um die Auflösung seines Vertrages gebeten. Das Gremium hat zudem Anton Weinmann mit Wirkung zum 1. Januar 2005 in den Konzernvorstand berufen. Weinmann übernimmt zum selben Zeitpunkt den Vorstandsvorsitz bei der MAN Nutzfahrzeuge AG. Er wird Nachfolger von Samuelsson, der an die Spitze der MAN AG wechselt.
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