Rauswurf von zwei Managern: MAN will mit neuem Chef Schmiergeldaffäre abhaken
zuletzt aktualisiert: 11.12.2009 - 20:11München (RPO). Mit einem neuen Chef und dem Rauswurf von zwei Managern will der Lastwagen-Bauer MAN einen Schlussstrich unter seine Schmiergeldaffäre ziehen. Nach MAN-Angaben vom Freitag wird Georg Pachta-Reyhofen am 1. Januar neuer Konzernchef.
Der 54-Jährige leitet MAN bereits seit dem überraschenden Rückzug von Hakan Samuelsson vor drei Wochen kommissarisch. Pachta-Reyhofen soll zugleich die Führung der größten MAN-Tochter Nutzfahrzeuge und dort auch den Job des Arbeitsdirektors übernehmen. Ab sofort wurde Frank Lutz zudem zum neuen Finanzchef ernannt. Er folgt auf Karlheinz Hornung, der seinen Posten Ende November räumte. MAN hatte seinerzeit binnen weniger Tage insgesamt drei Vorstände verloren. Die Töchter MAN Diesel und MAN Turbo, die Anfang 2010 zusammengelegt werden, sollen von Klaus Stahlmann geführt werden, hieß es.
Den langjährigen MAN-Chef Samuelsson hatte die Schmiergeldaffäre den Job gekostet. Der Schwede hatte die politische Verantwortung für den Skandal bei dem Münchener Konzern übernommen. MAN ist am Donnerstag von der Münchener Justiz wegen der Affäre zu einer Geldbuße von insgesamt 150 Millionen Euro verdonnert worden. MAN verzichtete auf Rechtsmittel, weshalb die Ermittlungen sieben Monate nach Bekanntwerden des Skandals beendet sind.
Auch intern hat MAN nach eigenen Angaben die Untersuchungen abgeschlossen. Die Bilanz: die MAN-Ermittler haben rund 80 Verdachtsfälle an die Staatsanwaltschaft übergeben. Die verdächtigen Zahlungen beliefen sich diesen Prüfungen zufolge auf 51,6 Millionen Euro. Als Folge müssten 20 Mitarbeiter gehen, Schadenersatzansprüche gegen sie sollen geprüft werden. Zudem ziehe die Affäre noch eine Steuernachzahlung von 20 Millionen Euro nach sich, erklärte MAN.
Wie das Unternehmen zudem mitteilte, legten zwei weitere Manager ihre Ämter nieder. Gerhard Reiff und Stephan Funke, Vorstandsmitglieder bei MAN Turbo, wollten damit den Weg frei machen für neue personelle Weichenstellungen, hieß es. Weitere Gründe wurden nicht genannt.
Die Dax-Aktie schloss 0,3 Prozent tiefer bei 52,18 Euro.
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