Tarifverhandlungen an kommunalen Kliniken: Marburger Bund fordert neues Angebot
zuletzt aktualisiert: 18.07.2006 - 09:12Düsseldorf (rpo). Im Tarifstreit für die 70.000 Ärzte an kommunalen Kliniken in Deutschland erwartet der Marburger Bund ein neues Angebot der Arbeitgeber. Gestern Abend waren die Verhandlungen ohne Ergebnis unterbrochen worden. Die bisherige Offerte der Arbeitgeber sei lediglich eine "Mogelpackung", so ein Sprecher der Ärztegewerkschaft.
Marburger-Bund-Sprecher Athanasios Drougias sagte, Ziel sei es, jetzt zu einer Entscheidung zu kommen. Er kritisierte das bisherige Angebot der Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände (VKA) als "ärztefeindliche Mogelpackung".
Die Arbeitgeber behaupteten, dass ihr Angebot für Fachärzte monatlich bis zu 500 Euro mehr, für Assistenzärzte gar 600 Euro mehr vorsehe, sagte Drougias. Die VKA verschweige dabei aber bewusst die Erhöhung der wöchentlichen Arbeitszeit um 1,5 auf 40 Stunden, Kürzungen bei der Weihnachtszuwendung und beim Urlaubsgeld sowie extrem lange Wartezeiten bis zu einem Gehaltsaufstieg.
Am Montag hatten auch Medizinerstreiks in 80 Städten keine Bewegung in die Verhandlungen gebracht. Nach Angaben der Ärztegewerkschaft beteiligten sich Tausende Ärzte in Bayern, Baden-Württemberg, Bremen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und im Saarland an Streikaktionen. Schwerpunkte waren erneut Bayern und Baden-Württemberg.
Der Marburger Bund kämpft seit Wochen an den städtischen Kliniken und Kreiskrankenhäusern für mehr Gehalt, bessere Arbeitsbedingungen, geregelte Arbeitszeiten und einen arztspezifischen Tarifvertrag unabhängig von dem des öffentlichen Dienstes.
Als Vorbild gilt der Abschluss für die rund 22.000 Ärzte an Unikliniken, auf den sich Gewerkschaft und Arbeitgeber nach mehr als dreimonatigem Streik am 16. Juni geeinigt hatten. Die kommunalen Arbeitgeber hatten diese Forderungen stets als nicht finanzierbar abgelehnt.
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