Neue Gewerkschaft geplant: Marburger Bund sagt Verdi den Kampf an
zuletzt aktualisiert: 05.08.2006 - 16:51München (rpo). Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hatte zuletzt versuch, der Ärzteorganisation Marburger Bund im Tarifkonflikt der kommunalen Krankenhäuser den Rang abzulaufen. Jetzt plant der Marburger Bund, eine neue Gesundheitsgewerkschaft zu gründen - in direkter Konkurrenz zu Verdi. Unterdessen rief Gesundheitsministerin Schmidt die Parteien zur Besonnenheit auf.
Nach Beendigung der Tarifauseinandersetzung in den Kliniken sei die Gründung einer solchen Gewerkschaft in direkter Konkurrenz zur Dienstleistungsgewerkschaft ver.di vorstellbar, sagte der Vorsitzende des Marburger Bundes, Frank Ulrich Montgomery, dem Nachrichtenmagazin "Focus". Dazu könnten alle medizinischen Verbände um den Marburger Bund herum gruppiert werden.
Montgomery sagte laut der Vorabmeldung dem Machtanspruch der DGB-Gewerkschaft in den Krankenhäusern den Kampf an: "Wir wollen das Allmachtprinzip der großen Gewerkschaften aufbrechen." Der Streik der Ärzte an den kommunalen Krankenhäusern, den der Marburger Bund im Streit über mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen führt, geht kommenden Montag in die siebte Woche.
Gesundheitsministerin Ulla Schmidt hat derweil Marburger Bund und ver.di zur Beilegung ihres Konflikts im Tarifstreit an den kommunalen Kliniken aufgerufen. "Die Trennung der Gewerkschaften in diesem Bereich ist eher schädlich. Der Marburger Bund und ver.di sollten sich wieder zusammenraufen", sagte die SPD-Politikerin der "Passauer Neuen Presse". Sie sehe mit Sorge, dass hier die Ansprüche der Ärzteschaft und der übrigen Beschäftigten der Kliniken auseinanderdriften. "Das schadet dem Betriebsklima in den Krankenhäusern", warnte Schmidt.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum
