Nach Ärztestreik: Marburger Bund verzeichnet steigende Mitgliederzahl
zuletzt aktualisiert: 16.07.2006 - 09:38Köln (rpo). Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund verzeichnet im Zuge des Ärztestreiks um die Bezahlung der Krankenhaus-Mediziner einen Mitgliederzustrom. Wie ein Gewerkschaftssprecher mitteilte, ist die Mitgliederzahl allein im Landesverband Nordrhein-Westfalen/Rheinland-Pfalz seit dem vergangenen September um rund 5000 auf derzeit etwa 30.000 gestiegen.
Bundesweit nahm die Mitgliederzahl von 80.000 (September 2005) auf momentan knapp 110.000 zu. Damit habe die Gewerkschaft eine hohe Organisationsquote, da etwa 80 Prozent der bundesweit 140.000 Krankenhausärzte im Marburger Bund vertreten seien. In der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di seien dagegen momentan nur rund 500 Ärzte organisiert, erklärte der Sprecher. ver.di könne deshalb auch nicht für sich in Anspruch nehmen, die Interessen der Mediziner zu vertreten, hieß es weiter.
Der Marburger Bund hatte im September vergangenen Jahres vor der Unterzeichnung des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst (TVöD) die Vertretungsvollmacht durch ver.di gekündigt und sich selbst als Tarifpartner ins Spiel gebracht. Nach Ansicht des Marburger Bundes ist der TVöD "akademikerfeindlich", da er bei den Ärzten Lohneinbußen vorsieht, während die unteren Lohngruppen davon profitierten.
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