Angst vor Daten-Missbrauch: Marburger Bund warnt vor Einführung der Gesundheitskarte
zuletzt aktualisiert: 17.06.2007 - 12:41München (RPO). Die Ärztegewerkschaft Marbuger Bund hat vor der flächendeckenden Einführung der in mehreren Testregionen erprobten elektronischen Gesundheitskarte gewarnt. Grund: Angst vor Daten-Missbrauch.
"Bei niedergelassenen Ärzten ist die Skepsis schon groß, bei Ärzten in den Kliniken wächst sie deutlich", sagte Hauptgeschäftsführer Armin Ehl dem Nachrichtenmagazin "Focus". Versicherer und Arbeitgeber könnten möglicherweise Gründe finden, um Zugriff auf Krankengeschichte, Fehlzeiten oder genetische Eigenschaften zu erlangen.
"Die Daten aus der LKW-Maut könnten auch für die Ringfahndung genutzt werden", warnte er. Ein Daten-Missbrauch sei so nicht auszuschließen, das Vertrauen der Patienten werde gestört. Die Einführung der Karte, die wegen technischer Schwierigkeiten erheblich hinter dem Zeitplan herhinkt, sorgt seit Monaten für Unmut in der Ärzteschaft.
Auch Christiane Groß von der Ärztekammer Nordrhein warnte: "Bei der elektronischen Speicherung kann ein Zahlendreher in Diagnosen enorme Folgen haben." Für sie gebe es nur eine sinnvolle Art, persönliche Daten und Computertechnik zu verbinden: "Man kann dem Patienten die Daten auch elektronisch mitgeben, etwa auf einem Memory-Stick oder einer CD."
Derweil rufen in den Testregionen Heilbronn und Wolfsburg laut "Focus" Ärzteverbände zum Widerstand gegen die Einführung der Gesundheitskarte auf. In der Region Ingolstadt verzögere sich zudem die Einführung der Testkarten.
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