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Berlin
Merkel fordert mehr Hilfe für Afrika

Berlin. Kanzlerin verlangt von Unternehmen mehr Investitionen auf dem Kontinent. Von Birgit Marschall

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die deutschen Unternehmen aufgefordert, sich stärker in Afrika zu engagieren. Dies sei nötig, weil sich die Bevölkerung Afrikas in den nächsten 35 Jahren verdoppele, sagte Merkel gestern auf dem Unternehmertag des Bundesverbands für Groß- und Außenhandel (BGA) in Berlin. Nur wenn man den Menschen in Afrika eine Lebensperspektive biete, könne man auch das Migrationsthema in den Griff bekommen, betonte sie zudem in der Wochenzeitung "Die Zeit". Hintergrund ist die wieder steigende Zahl an Flüchtlingen, die über Nordafrika und das Mittelmeer in die EU gelangen wollen.

Die deutschen Exporte nach Afrika sind zuletzt gestiegen, die Importe aus Afrika dagegen gesunken. Merkel forderte die Firmen deshalb auf, mehr Weltoffenheit Richtung Afrika zu zeigen. Man müsse mehr Entwicklungshilfe leisten, eine andere Entwicklungspolitik betreiben, die Investitionen verstärken und mehr auf gute Regierungsführung pochen. Merkel bricht am Wochenende zu einer Afrikareise auf.

Ungeachtet der Widerstände an den Verhandlungen zum transatlantischen Freihandelsabkommen TTIP hält Merkel daran fest. Ziel sei nicht nur, Zölle abzuschaffen und einheitliche technische Normen zu schaffen, sondern auch Standards etwa in sozialen und Umweltfragen zu setzen. "Wir könnten Globalisierungsgeschichte schreiben", sagte Merkel. Sie räumte aber auch ein: "Die Diskussion ist schwieriger geworden."

BGA-Präsident Anton Börner warb ebenfalls für das Freihandelsabkommen. "Bei TTIP wird Europa möglicherweise das letzte Mal die Chance haben, sich an einem Abkommen zu beteiligen, über das wir die Standards für den Welthandel mitbestimmen können", sagte er.

Börner wird Ende 2018 nach 17 Jahren sein Amt abgeben. Nachfolger soll nach einem Vorschlag des BGA-Präsidiums Holger Bingmann werden. Er ist Geschäftsführer der Melo Group in München.

(mar)
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