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Saarbrücken
Merkel warnt vor restriktivem Datenschutz

Saarbrücken. Beim Nationalen IT-Gipfel fiel auch der Startschuss für fünf digitale Hubs. In NRW ist es Dortmund.

Kanzlerin Angela Merkel hat vor einer zu restriktiven Auslegung des Datenschutzes gewarnt. "Das Prinzip der Datensparsamkeit, wie wir es vor vielen Jahren hatten, kann heute nicht die generelle Leitschnur sein für die Entwicklung neuer Produkte", sagte sie beim Nationalen IT-Gipfel in Saarbrücken. Bei der Anwendung der Datenschutz-Grundverordnung der EU müsse man aufpassen, "dass wir es nicht so restriktiv machen, dass das Big-Data-Management nicht möglich wird". Unter Big Data werden große Datenmengen verstanden, deren Nutzung wird wirtschaftlich immer wichtiger. Es gehe beim Datenschutz um Leitplanken und das Verhindern von Exzessen, so Merkel. Deutschland müsse sich jetzt auf das "Gigabitzeitalter" einrichten, also auf die Übertragung großer Datenmengen in Echtzeit.

Google-Chef Sundar Pichai zeigte beeindruckt sich von der Entwicklung in Deutschland. "Wenn man die Innovation voranbringen will, dann muss man auch Risiken eingehen." Es gehe darum, eine Balance zwischen Datenschutz und der Notwendigkeit offener Daten zu finden. Telekom-Chef Timotheus Höttges nannte "Big Data" als "Geschenk, um die Gesellschaft besser und schneller zu machen".

Mit dem IT-Gipfel fällt auch der Startschuss für wichtige Projekte. In fünf Städten beginnen digitale "Hubs" ihre Arbeit. Dabei handelt es sich um Zentren, in denen Mittelständler, Start-ups, Konzerne und öffentliche Einrichtungen an neuen digitalen Dienstleistungen arbeiten. Sie sollen Unternehmen digitales Know-how an die Hand geben. "Innerhalb einer Generation wird unsere Welt von analog auf digital gedreht. Um hier zu bestehen, braucht es einen nationalen Kraftakt", sagte der Präsident des Digitalverbandes Bitkom, Thorsten Dirks. Deswegen seien die Hubs nötig. In Frankfurt kümmert man sich um die Digitalisierung der Finanzbranche, in Dortmund um die Logistikbranche. In Hamburg geht es in einem Hub vor allem um Fragen der Seefahrt, in München um Mobilität. In Berlin arbeitet man am Internet der Dinge.

(dpa)
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