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Düsseldorf
Metro erklärt Spaltungspläne - die Aktie stürzt ab

Düsseldorf. Die wenig detailreiche Präsentation der Zukunftspläne hat einen deutlichen Kursrückgang für die Aktie des Handelskonzerns Metro ausgelöst. Das Papier verlor vier Prozent, nachdem Metro-Chef Olaf Koch und Finanzvorstand Mark Frese erläutert hatten, was sie zur geplanten Aufspaltung in den Groß- und Lebensmittelhandel einerseits sowie die Elektronikkette Media-Saturn andererseits sagen können. Das war den Börsianern zu wenig. Jetzt dürfen alle bis November warten, dann soll es neue Details zu den Spaltungsplänen geben. Vielleicht gibt es dann einen Schub für die Aktie.

Die Metro-Spitze verspricht sich von dem Schritt mehr Transparenz, mehr Attraktivität für Investoren, neue Chancen für Zukäufe und Kooperationen. "Sortenreiner" sollen die Unternehmen werden. Es gebe keine Synergien zwischen den Bereichen und somit "keinen logischen Grund, die Geschäfte wie bisher zu konzentrieren", so Koch.

Dafür sind jetzt die Weichen anders gestellt worden. Zwar soll der Name Metro in beiden Einheiten wegen seines Markenwertes erhalten bleiben, aber ansonsten ist die Teilung die größte Veränderung seit dem Metro-Börsengang vor 20 Jahren. Mit Folgen für die Belegschaft: Die Metro hat ihren Umbau noch einmal beschleunigt, und dem werden wohl auch noch Stellen zum Opfer fallen. Aber Koch glaubt, dass durch die Wachstumsimpulse anderswo neue Jobs entstehen und es unter dem Strich Stellenzuwachs geben wird.

Wenig angetan von allem zeigt sich wenig überraschend der Media-Saturn-Minderheitsgesellschafter Erich Kellerhals. "Herr Olaf Koch flüchtet laut Plan in die zweite abgespaltene neue Metro AG für Lebensmittel. Die gescheiterte Olaf-Koch-Strategie bei Media-Saturn möchte er nicht mehr weiter verantworten. Auf keinen Fall ein gutes Zeichen!", schrieb Kellerhals auf seiner Internetseite. Der Metro-Bericht zum dritten Quartal "beweist erneut, dass die fehlgeleitete Politik von Olaf Koch alle Aktionäre und Gesellschafter schädigt", so der Media-markt-Gründer. Dass Koch ihn öffentlich als "geschätzten Mitgesellschafter" bezeichnete, scheint Kellerhals nicht im Mindesten besänftigt zu haben.

(gw)
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