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Düsseldorf
Metro leidet unter schwachem Rubel

Düsseldorf. Der Düsseldorfer Handelskonzern hat im abgelaufenen Geschäftsjahr leicht an Umsatz verloren. Die Einnahmen aus den russischen Großhandelsmärkten belasten wegen des schlechten Umrechnungskurses das Umsatzergebnis.

Ein Dreivierteljahr vor der geplanten Aufspaltung sind die Einzelteile beim Handelskonzern Metro nicht alle auf Erfolgskurs. Zwar geht das Unternehmen optimistisch ins Weihnachtsgeschäft, weil Konzernchef Olaf Koch "große Fortschritte bei der Transformation" und die Metro gut gerüstet sieht für die wichtigsten Wochen des Handelsjahres. Die Börse honorierte die vorläufigen Zahlen mit einem Kursplus von fast zwei Prozent. Gleichzeitig offenbart der Blick auf das Ende September beendete Geschäftsjahr 2015/2016 aber auch einige Schwachstellen.

Unter dem Strich hat der Konzern nach vorläufigen Zahlen 1,4 Prozent Umsatz auf 58,4 Milliarden Euro verloren - etwas mehr, als Analysten erwartet hatten. Das Minus wird unter anderem damit begründet, dass die Metro Geschäft abgegeben hat (beispielsweise den Großhandel in Vietnam), aber auch an der anhaltenden Schwäche des russischen Rubel. Rechnet man diese Währungseffekte aus dem Zahlenwerk der Metro heraus und vergleicht den Umsatz auf vergleichbarer Fläche, haben die Düsseldorfer leicht zugelegt.

Rubelschwäche und Vietnam-Verkauf haben den Umsatz bei Cash & Carry um 2,3 Prozent sinken lassen. Neues Wachstum im deutschen Großhandelsgeschäft hat das nicht ausgleichen können. In Deutschland konnte die Sparte dagegen den Umsatz leicht steigern. Im Belieferungsgeschäft meldet das Unternehmen steigende Erlöse.

Bei der SB-Warenhaustochter Real, die wie Cash & Carry im kommenden Jahr in eine neue Gesellschaft ausgelagert wird (siehe nebenstehende Grafik), sanken die Umsätze vor allem in Folge von Standortschließungen um 3,3 Prozent. Insgesamt ging die Zahl der Real-Niederlassungen um acht auf 285 zurück. Das Unternehmen hatte am Dienstag bekanntgegeben, dass in der Verwaltung 500 Stellen gestrichen werden sollen und die Hauptverwaltung von Mönchengladbach nach Düsseldorf umziehen wird.

Bei der Elektronikkette Media-Saturn fiel das Wachstum mit einem Plus von 0,6 Prozent verhalten aus. Zwar konnten Media Markt und Saturn ihre Online-Umsätze kräftig um rund 35 Prozent steigern. Doch musste der Konzern gleichzeitig deutliche Umsatzrückgänge beim reinen Online-Anbieter Redcoon hinnehmen. Außerdem litt das Geschäft unter Verzögerungen bei der Auslieferung wichtiger Produkte.

Über den Gewinn will das Unternehmen erst Mitte Dezember berichten. Metro geht jedoch davon aus, wie geplant das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (Ebit) leicht über das Vorjahresniveau zu steigern.

Die Vorbereitungen für die Aufspaltung der Metro im nächsten Jahr schritten planmäßig voran, berichtete Koch. Der Aufsichtsrat des Konzerns hatte den Plänen des Vorstands Anfang September zugestimmt.

(gw/dpa)
 
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