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Geretsried
Metzgerei Sieber meldet nach Listerien-Fund Insolvenz an

Geretsried. Die Großmetzgerei Sieber, über die wegen bakterienbelasteter Wurst ein Produktionsstopp verhängt wurde, hat wie befürchtet Insolvenz angemeldet. "Ich habe heute Vormittag beim Amtsgericht Bad Tölz-Wolfratshausen einen Insolvenzantrag gestellt", teilte Firmeninhaber Dietmar Schach mit. Das Landratsamt Bad Tölz hatte am 27. Mai ein Vertriebsverbot für sämtliche Produkte der Metzgerei erlassen und den deutschlandweiten Rückruf aller Waren angeordnet. In mehreren Wursterzeugnissen der Firma waren zuvor gesundheitsgefährdende Listerien nachgewiesen worden.

Behörden hatten das Verkaufsverbot und den Rückruf von Fleischwaren der Firma Sieber mit Listerien in einzelnen Produkten begründet. Listerien können Kranken und Kindern erheblich zusetzen und sind sehr widerstandsfähig. Sie überstehen sowohl Tiefgefrieren als auch Trocknen. Kochen, Braten, Sterilisieren und Pasteurisieren tötet die Bakterien dagegen sicher ab.

Nur sehr wenige Menschen, die Listerien aufnehmen, erkranken auch an Listeriose. Bei gesunden Erwachsenen verläuft die Infektion meist unauffällig oder nimmt einen harmlosen Verlauf. Gefährlich ist die Infektion aber für abwehrgeschwächte Personen: Neugeborene, alte Menschen, Patienten mit chronischen Erkrankungen, Transplantierte und Schwangere. Bei ihnen und bei Ungeborenen kann Listeriose zum Tod führen.

(dpa)
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