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Redmond/Espoo
Microsoft streicht weitere 1850 Jobs

Redmond/Espoo. Das Smartphone-Geschäft läuft nicht. Der Abbau kostet 850 Millionen Euro.

Die Firma Microsoft reagiert auf die Erfolglosigkeit ihrer Smartphones mit einem weiteren massiven Stellenabbau. Bis zu 1850 Jobs im Handy-Geschäft sollen wegfallen, teilte der Konzern mit. Als Abschreibung und Umbaukosten wird eine Belastung von 950 Millionen Dollar (850 Millionen Euro) fällig.

Der Großteil der Kürzungen trifft Finnland mit 1350 Stellen. Dort hatte Microsoft für mehr als neun Milliarden Dollar das Handy-Geschäft des einstigen Weltmarktführers Nokia übernommen. Doch der erhoffte Aufstieg im Smartphone-Markt gelang nicht.

Im Juli 2015 wurden bereits der Abbau von 7800 Arbeitsplätzen und eine Abschreibung von 7,6 Milliarden Dollar bekanntgegeben. Der Anteil von Microsofts Windows-System am Smartphone-Markt lag im ersten Quartal nach Berechnungen der Marktforscher von Gartner mit 2,4 Millionen weltweit verkauften Geräten nur bei 0,7 Prozent. Das Google-System Android beherrscht demnach den Markt mit 84 Prozent der verkauften Geräte und Apples iPhone kommt auf 15 Prozent.

Mit dem aktuellen Betriebssystem Windows 10 hat Microsoft erstmals eine einheitliche Plattform, die auf verschiedenen Geräten von PC über Spielekonsole, Tablets und Smartphones laufen kann, geschaffen. Jedoch kam auch damit kein Schub für die Computer-Telefone von Microsoft. Eine Abschreibung war bereits erwartet worden, nachdem Quartalszahlen die Schwäche offenbart hatten.

Konzernchef Satya Nadella versucht inzwischen nicht mehr, unbedingt mit eigenem Windows-Betriebssystem und Geräten einen Platz im Smartphone-Markt zu erobern, sondern setzt darauf, möglichst viele Microsoft-Dienste auf konkurrierenden Plattformen wie Android und die iPhones zu bringen. Außerdem treibt er das Geschäft mit Clouddiensten voran. Marktforscher hatten für Microsoft noch vor wenigen Jahren einen Anteil von bis zu 20 Prozent am Smartphone-Geschäft prognostiziert.

Geräte-Chef Terry Myerson betonte zugleich in einer E-Mail an die Mitarbeiter, Microsoft verlasse das Geschäft mit dem neuerlichen Abbau nicht komplett. "Wir schrauben zurück, aber wir sind nicht raus!" Microsoft werde weiterhin Geräte entwickeln, müsse sich aber bei der Telefon-Hardware strenger fokussieren, hieß es in dem unter anderem vom Technologieblog "Recode" veröffentlichten Text.

Vergangene Woche trat Microsoft bereits das Geschäft mit einfachen Mobiltelefonen, das bei der Nokia-Übernahme zum Konzern kam, für 350 Millionen Dollar unter anderem an den Auftragsfertiger Foxconn ab.

(dpa)
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