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Milliarden-Streit um RWE-Kraftwerk dauert Jahre

Mönchengladbach. Der Schadenersatzprozess um das Braunkohle-Kraftwerk Neurath könnte sich über Jahre hinziehen. Angesichts der vielen strittigen Fragen habe "der Prozess das Potenzial, dass ich meine Pensionierung erreiche", sagte die 49-jährige Richterin Almut Oudijk gestern vor dem Landgericht Mönchengladbach.

Beim Bau des Kraftwerks war 2007 ein tonnenschweres Gerüst am Kessel eingestürzt. Drei Arbeiter des Baukonsortiums starben. Der Bau verzögerte sich um 55 Monate. RWE hatte 2012 Klage gegen das Konsortium um Hitachi und Alstom eingereicht. Als Ersatz für durch die Verspätung entstandene Schäden (Mehrkosten, entgangene Erlöse) will der Konzern 1,4 Milliarden Euro. Der Unfall sei nicht der Grund für die Verzögerung, sondern Fehler des Konsortiums bei Planung, Fertigung und Montage, so RWE. Das Konsortium bestreitet das und hat RWE auf 290 Millionen Euro verklagt. Die Parteien schlossen eine Einigung aus. Für das Gericht sei die Frage der Vorhersehbarkeit und Vermeidbarkeit des Unfalls zentral, sagte die Richterin: "Ohne eine Klärung der Frage kommen wir nicht weiter." Das könnte für RWE zum Problem werden: Denn die Staatsanwaltschaft hatte bereits vor Jahren ein Ermittlungsverfahren eingestellt, weil keinem der Verantwortlichen ein individueller Schuldvorwurf gemacht werden konnte.

(juha)
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