Arbeitsverträge: Millionen Beschäftigten drohen angeblich Rentenabschläge
zuletzt aktualisiert: 09.02.2006 - 06:09Berlin (rpo). Weil in Millionen von Arbeitsverträgen festgeschrieben ist, dass das Beschäftigungsverhältnis automatisch bei Erreichen des 65. Lebensjahres endet, drohen diesen Arbeitnehmern künftig angeblich Rentenabschläge.
Wie die Tageszeitung "Die Welt" berichtet, gilt diese Regelung für nahezu alle Manteltarifverträge der großen Branchen. Das Blatt beruft sich auf Angaben des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung.
"Ohne eine Neuregelung bedeutet dies, dass die betroffenen Arbeitnehmer Rentenabschläge in Kauf nehmen müssen, weil sie mit 65 vorzeitig in Rente gehen müssen", sagte der Tarifexperte der Hans-Böckler-Stiftung, Reinhard Bispinck, dem Blatt.
Nach Angaben des Leiters des WSI-Tarifarchivs steht etwa in den Manteltarifverträgen der Metall- und Elektroindustrie, des öffentlichen Dienstes, des Großhandels, der Banken oder der Druckindustrie eine solche Passage, die das Ausscheiden mit Erreichen des 65. Lebensjahrs festlege. Eine Ausnahme von dieser Regel sei der Tarifvertrag der Chemieindustrie.
Die Union lehnt es ab, die Arbeitgeber per Gesetz zu zwingen, die Arbeitsverträge an die Anhebung der Altersgrenze anzupassen. "Das muss nicht gesetzlich geregelt werden", sagte der Rentenexperte der Unions-Fraktion, Peter Weiß (CDU). Es sei Sache der Tarifvertragsparteien, die Tarifverträge bis 2012 entsprechend anzupassen.
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