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Mönchengladbach/Bonn
Millionen-Buße gegen "Klo-Kartell"

Mönchengladbach/Bonn. Wegen verbotener Preisabsprachen müssen neun Sanitär-Unternehmen aus NRW Bußgelder in Höhe von insgesamt 21,3 Millionen Euro bezahlen. Diese Strafe verhängte das Bundeskartellamt gestern und veröffentlichte die Liste der betroffenen Unternehmen: Darunter befindet sich auch die Firma des Präsidenten der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein, Heinz Schmidt. Der Gladbacher Unternehmer war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Die Bonner Behörde teilte mit, alle Unternehmen hätten kooperiert und aufgrund der Bonusregel einen Rabatt auf das Bußgeld erhalten. Die Bußgelder sind rechtskräftig. Von Andreas Gruhn

Kartellamtschef Andreas Mundt wirft den Händlern vor, über Jahre die Kalkulation ihrer Preislisten und Verkaufspreise bei regelmäßigen Treffen des Vereins Mittelstandskreis NRW abgestimmt zu haben. Das habe den Wettbewerb beeinträchtigt. Insgesamt seien mindestens 250.000 Produkte aus dem Sanitärbereich betroffen, sagte Mundt. Die Konsequenz: höhere Preise für Artikel wie Toiletten und Badewannen. Der Wettbewerb zwischen Großhandel und Herstellern auf der einen und dem Online-Handel auf der anderen Seite wird mit harten Mitteln geführt. Unternehmen liegen seit Jahren miteinander im Rechtsstreit. Das brachte Teilen der Branche die Bezeichnung "Klo-Kartell" ein.

Das System der Absprachen geht auf die 1970er Jahre zurück und war nicht beanstandet worden. "Seit einer Gesetzesänderung im Jahr 2005 sind Unternehmen verpflichtet, ein vormals geduldetes Verhalten eigenverantwortlich neu zu überprüfen und - wie hier - bei Kartellrechtswidrigkeit abzustellen", sagte ein Kartellamtssprecher.

Quelle: RP
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