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Bonn
Mobilfunker stocken Verträge massiv ohne Zuschläge auf

Bonn. In Deutschland sinken die Preise für mobiles Surfen gemessen an der Leistung deutlich weiter. Dies zeigt der gestern veröffentlichte Jahresbericht 2015 der Bundesnetzagentur. Laut der Statistik zahlen die Kunden für die Nutzung einer Sim-Karte im Durchschnitt mit 13,70 Euro im Monat zehn Cent weniger als vor zwei Jahren. Aber sie erhalten dafür eine immer bessere Leistung. Pro Kunde werden im Monat 82 Minuten telefoniert - immerhin vier Minuten - mehr als noch vor zwei Jahren. Das Wichtigste aber: Zum fast gleichen Preis werden im Monat pro Kunde 435 Megabyte Daten transportiert, vor zwei Jahren waren es nur 195 Megabyte, vor einem Jahr 289 Megabyte - es gibt also mehr als eine Verdoppelung der Leistung zum praktisch gleichen Tarif.

Extrem geht die Nutzung von SMS zurück. 2012 versandten die Bürger in ganz Deutschland in einem Jahr knapp 60 Milliarden SMS, 2015 waren es noch 17 Milliarden solcher Kurznachrichten. Es sind aktuell pro Gerät zwölf SMS im Monat, vor vier Jahren versandte jeder Nutzer 50 Stück pro Vertrag. "Dienste wie Whatsapp ersetzen die SMS zunehmend", sagt Jochen Homann, Präsident der Netzagentur.

Homann warnte davor, beim Ausbau der Festnetze zu stark auf Glasfaser statt auf von der Telekom aufgerüstete DSL-Netze zu setzen. Richtig sei zwar, dass Glasfaser direkt ins Haus das ideale Übertragungsmedium sei. Aber die Nachfrage sei bisher nur gering. Rund zwei Millionen Anschlüsse könnten rein technisch jederzeit geschaltet werden, doch die Kunden nutzen bisher nur 400.000 dieser Anschlüsse, die ein Übertragungstempo von 1000 MB bieten können.

Vom Bedarf nach sehr hohen Bandbreiten profitieren aber die Kabel-TV-Konzerne: Sie haben 6,6 Millionen Internet-Kunden, vor fünf Jahren waren es 3,5 Millionen.

(rky)
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