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Leverkusen
Monsanto-Managern winken Millionen bei Bayer-Deal

Leverkusen. Nach dem starken Gegenwind von Politik und Kapitalmarkt wirbt Bayer nun bei großen Investoren für den Monsanto-Deal. Bayer-Chef Werner Baumann, Finanzchef Johannes Dietsch und andere Top-Manager sind bis nächste Woche zwischen den Börsenplätzen Frankfurt, London, Paris und New York unterwegs, um die geplante Übernahme des umstrittenen Saatgut-Herstellers zu erläutern. Am Montag hatte Bayer für Monsanto umgerechnet 55 Milliarden Euro geboten. Der US-Konzern wies die Offerte zwar als zu niedrig zurück, zeigte sich aber für weitere Verhandlungen offen.

Zumal dem Monsanto-Management viel Geld winkt: Monsanto-Chef Hugh Grant könnte sich insgesamt mit 123 Millionen Dollar (109 Millionen Euro) verabschieden, sollte sein Konzern die Offerte aus Leverkusen annehmen. Dazu müsste Grant seine Monsanto-Aktien verkaufen und seine Aktienoptionen ausüben.

Derzeit stecken die Konzerne die Agenda für weitere Verhandlungen ab. Anleger fürchten, dass Bayer sich finanziell verhebt, da die Verschuldung womöglich um 30 Milliarden Euro steigen müsste. Seit Tagen fährt die Aktie Achterbahn, gestern schloss sie bei knapp 86 Euro. Eine Umfrage des US-Analysehauses Bernstein unter Bayer-Aktionären ergab, dass die Mehrheit den Kaufpreis überhöht findet. Bayer hat 300.000 Aktionäre. Größte Einzelinvestoren sind der US-Riese Blackrock (sechs Prozent), der kanadische Investor Sun Life und der US-Investor Capital Group (je drei Prozent). Vor allem sie müssen vom Deal überzeugt werden. Etwa elf Prozent des Grundkapitals sind im Besitz privater Anleger. Dazu zählen auch die Bayer-Mitarbeiter.

(anh/rtr)
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