| 08.02 Uhr

Nach dem Brexit
Deutsche Firmen wollen weniger in UK investieren

Brexit - das Netz nimmt's mit Humor: "007 braucht jetzt ein Visum"
Brexit - das Netz nimmt's mit Humor: "007 braucht jetzt ein Visum"
Berlin. Erstmals gibt es deutliche Hinweise darauf, dass deutsche Unternehmen bei einem EU-Austritt Großbritanniens (Brexit) reagieren wollen. Einer Umfrage zufolge wollen viele Firmen ihre Investitionen im Königreich zurückfahren und dort teils auch weniger Mitarbeiter beschäftigten.

Wie eine Umfrage der Industrie- und Handelskammern bei rund 5600 Unternehmen ergab, will mehr als ein Drittel (35 Prozent) der Firmen mit Tochterunternehmen, Zweigstellen oder Filialen im Vereinigten Königreich die Investitionsbudgets nach unten anpassen. Zudem planten 26 Prozent mit einer geringeren Beschäftigtenzahl.

DIHK-Präsident Eric Schweitzer sagte der Deutschen Presse-Agentur:
"Die politische und rechtliche Unsicherheit führt bereits in der Übergangszeit bei jedem vierten Unternehmen zu sinkenden Ausfuhren nach Großbritannien." Durch das Brexit-Votum werde nun deutlich, "was für eine wichtige Errungenschaft der einheitliche EU-Binnenmarkt für deutsche Unternehmen ist".

Die unmittelbaren Auswirkungen des "Brexit" auf Investitionen in Deutschland sind laut Umfrage überschaubar: 91 Prozent der befragten Unternehmen planten hierzulande keine Anpassung der Investitionen, 95 Prozent beabsichtigten keine Änderungen der Beschäftigungspläne: "Die Auswirkungen werden vielmehr langfristig von den Ergebnissen der Austrittsverhandlungen bestimmt", heißt es.

Unternehmen befürchten laut der IHK-Umfrage vor allem eine Zunahme von Handelshemmnissen durch den britischen EU-Austritt. Nach dem "Brexit"-Votum erwarteten die Unternehmen, dass der Außenhandel mit Großbritannien kurzfristig eine spürbare Delle erhalte, mittelfristig dürfte er aufgrund des beschlossenen Austritts aus der EU sogar noch stärker sinken.

Die in Deutschland ansässigen Tochterunternehmen britischer Konzerne planten hingegen, kurzfristig zu reagieren: 21 Prozent britischer Niederlassungen wollten mehr in Deutschland investieren. Fast jedes vierte Unternehmen wolle die Zahl der Beschäftigten steigern.

(felt/dpa)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Nach dem Brexit: Deutsche Firmen wollen weniger in UK investieren


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.