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Berlin
Nachfrage nach Carsharing steigt, Angebot aber nicht

Berlin. Das Auto ist noch immer eines der Statussymbole der Deutschen. Gleichzeitig steigt jedoch die Zahl derjenigen, die sich die teuren Anschaffungskosten sparen und sich stattdessen Fahrzeuge mit anderen Nutzern teilen. 1,2 Millionen Menschen sind momentan in Deutschland bei Carsharing-Anbietern registriert - 220.000 mehr als ein Jahr zuvor. Das gab der Bundesverband Carsharing (BCS) gestern bekannt. Die tatsächliche Zahl der Nutzer dürfte allerdings niedriger liegen, da viele Nutzer bei mehreren Anbietern angemeldet sein dürften. Doppelungen kann der Verband nämlich nach eigenen Angaben aus Datenschutzgründen nicht herausfiltern.

Carsharing, das zeigen die Zahlen, wird bei Nutzern immer beliebter. Das Angebot an Fahrzeugen wächst jedoch deutlich langsamer. Nur 700 Fahrzeuge sind deutschlandweit in den vergangenen zwölf Monaten zur Carsharing-Flotte hinzugekommen. Damit stehen insgesamt nur 16.100 Fahrzeuge zur Verfügung. Das ist natürlich viel zu wenig, um ein flächendeckendes Netz aufzubauen - ein Problem, das Carsharing seit Jahren begleitet.

Immerhin: Seit große Autokonzerne wie Daimler (Car2Go) oder BMW (DriveNow) auf dem Markt mitmischen, tut sich was. Das Interesse an den sogenannten Free-Floating-Angeboten, bei denen das Auto nicht zu einer Station gebracht werden muss, sondern einfach auf einem beliebigen Parkplatz im Stadtgebiet abgestellt werden kann, ist deutlich größer. Auf ein Fahrzeug kommen hier im Schnitt 126 Nutzer, ein Plus von 23 Personen gegenüber dem Vorjahr. Bei stationsbasierten Angeboten sind es nur 45, drei mehr als 2015.

Willi Loose, Geschäftsführer des Bundesverbands CarSharing, sagt: "Der geringere Zuwachs in den Fahrzeug-Flotten und die Zunahme der Kunden pro Fahrzeug deuten darauf hin, dass insbesondere die Free-Floating-Anbieter verstärkt konsolidieren und an ihrer Auslastung arbeiten."

(frin)
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