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Bonn
Netzagentur erlaubt Telekom umstrittenen Internet-Ausbau

Bonn. Knapp sechs Millionen Haushalte in Deutschland sollen rascher schnelles Internet mit der Deutschen Telekom bekommen - aber als Voraussetzung könnten mehr als 100.000 Anschlüsse anderer Anbieter abgeklemmt werden. Die Bundesnetzagentur will der Telekom diesen seit Monaten umstrittenen Einsatz der sogenannten Vectoring-Technik im Nahbereich mit Auflagen erlauben, wie aus einem gestern veröffentlichten Entscheidungsentwurf hervorgeht.

Das Vorhaben der Telekom hatte für heftige Kritik der Wettbewerber gesorgt. Der Branchenverband VATM warnt vor einer Remonopolisierung. Zudem kritisieren sie, dass damit eine günstigere, schnelle Lösung auf Basis der alten Kupferkabel den Vorzug vor Glasfasernetzen bekommt, die zukunftssicherer seien. Über Glasfaser können Daten noch schneller als mit Vectoring übertragen werden, allerdings ist ein flächendeckender Ausbau teuer.

Mit Vectoring sind - theoretisch - Geschwindigkeiten bis zu 100 MBit pro Sekunde im herkömmlichen Kupfernetz möglich. Der Bonner Konzern will mit Hilfe der Technologie weitere 5,9 Millionen Haushalte mit schnellerem Internet versorgen. Dafür sollen aber nach früheren Informationen 135.000 schnelle VDSL-Anschlüsse von Konkurrenten gekappt werden, da beide Technologien in den Hauptverteilern am Straßenrand nicht kompatibel seien. Telekom-Chef Tim Höttges will für den Ausbau eine Milliarde Euro zusätzlich investieren. Der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, bezeichnete den Entwurf als "fairen Kompromiss".

(dpa)
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