Royal Bank of Scotland: Neue Spekulationen über Gegenangebot für HypoVereinsbank
zuletzt aktualisiert: 18.06.2005 - 16:34München (rpo). Die Fusion von HypoVereinsbank und Unicredit ist zwar bereits angekündigt, doch die Spekulationen hören nicht auf: Berichten zufolge soll es ein Gegenangebot von der Royal Bank of Scotland geben. Bereits am Donnerstag hatte eine französische Zeitung gemeldet, die Großbanken BNP Paribas und Société Generale könnten die Übernahme mit einem Gegenangebot streitig machen.
Das Magazin "Focu" berichtete am Samstag unter Berufung auf Finanzkreise, die Royal Bank of Scotland wolle unmittelbar vor der endgültigen Fusion ein Gegengebot vorlegen. Der britische Bankenriese, der an der Börse doppelt so viel wert sei wie die Deutsche Bank, plane eine Offerte, die bis zu 1,50 Euro pro Aktie über dem Angebot der Italiener liege, berichtete das Magazin.
Allerdings könne sich das britische Geldinstitut noch Zeit lassen, da die Unicredit-Aktionäre erst am 27. Juli einer Kapitalerhöhung zustimmen sollten, mit der die geplante Fusion bezahlt werden solle. Ab August soll den HVB-Aktionären ein Tausch ihrer Anteile in Unicredit-Aktien angeboten werden - eine HVB-Aktie gegen fünf Unicredit-Papiere. Nach derzeitigem Kurs wären das knapp 21 Euro pro Aktie, schrieb der "Focus".
Schon zuvor hatte die angekündigte Übernahme der HVB durch Unicredit Spekulationen um weitere Banken-Übernahmen in Deutschland angeheizt. Schon damals war die Royal Bank of Scotland als möglicher Fusionspartner im Gespräch - allerdings wurde sie damals als eines von mehreren europäischen Geldinstituten gehandelt, die laut "Wall Street Journal" eine Übernahmeangebot für die Commerzbank erwägen könnten.
Erste Sanierungserfolge
Unterdessen berichtete die "Welt am Sonntag" von ersten Sanierungserfolgen bei der HVB. Durch die Verbesserung interner Abläufe habe die Münchner Bank bereits "große Fortschritte erzielt", zitierte das Blatt HVB-Privatkundenvorstand Christine Licci. "Wir werden im laufenden Jahr deutlich schwarze Zahlen schreiben."
Die Bank will sich demnach weiterhin aufs deutsche Filialgeschäft konzentrieren. "Wir werden auch nach der Fusion unser Filialnetz weiter stärken und den Schwerpunkt stärker als bislang auf persönliche Beratung legen", zitiert das Blatt Licci weiter. Dazu sei bereits eine Schulung von 3.000 Bankberatern angelaufen, die "die größte Weiterbildungsaktion darstellt, die es in der Bank bislang gab".
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