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Frankfurt
Neue Spekulationen um Galeria Kaufhof

Frankfurt. Ein Bankenkonsortium prüft Kredite der Mutter HBC. Dies sei Routine, sagt ein Konzernsprecher.

Nach Galeria Kaufhof gerät auch deren Mutterkonzern Hudson's Bay (HBC) in den Fokus. Die Kredite, mit denen HBC 2015 die Übernahme der Kaufhof-Immobilien finanzierte, werden durch ein Bankenkonsortium geprüft. Das sei Routine, sagt ein HBC-Sprecher und beruhigt: "Wir erfüllen alle Anforderungen der Banken." Dem Vernehmen nach gibt es keine Grundlage für eine Beanstandung.

Die kanadische HBC-Gruppe hatte Kaufhof 2015 von der Metro gekauft. Die Kanadier haben die Immobilien nach der Übernahme neu bewertet und neue Mietverträge geschlossen, die dazu geführt haben, dass Galeria Kaufhof in vielen Fällen höhere Mieten zahlen muss. Diese Nettomieten würden aber in das Geschäft reinvestiert, so der HBC-Sprecher. Das kann die Unruhe nicht mildern. Jüngst hatte der Warenkreditversicherer Euler Hermes erklärt, er wolle seine Garantien für Kaufhof-Lieferanten bis zu 80 Prozent kürzen. Kreditgarantien sichern die Ansprüche der Lieferanten ab. Wenn diese Garantien gekürzt würden, sei das ein Signal, dass die Hersteller womöglich mit Ausfällen rechnen müssten, sagt Thomas Roeb, Handelsprofessor der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg.

Kaufhof hat seine Lieferanten angeschrieben und ihnen versichert, man bleibe ein "verlässlicher Partner", der selbstverständlich seinen finanziellen Verpflichtungen pünktlich nachkommen werde. Zudem profitiere man von einer globalen HBC-Kreditlinie über 2,25 Milliarden Dollar. Inwieweit diese Kreditlinie indes ausreicht, um alle Verpflichtungen der Mutter und ihrer Töchter abzudecken, daran haben manche Beobachter Zweifel.

Der HBC-Investor Land and Buildings forderte das Management auf, sich von Immobilien und vom Europa-Geschäft um Kaufhof zu trennen. HBC solle sich aus Europa zurückziehen und dazu die Kaufhof-Immobilien oder das operative Geschäft oder gleich beides verkaufen. Insgesamt solle sich HBC von Immobilien trennen, diese seien deutlich wertvoller als der Börsenwert des US-Konzerns, erklärte der Fonds. "HBC steht zu 100 Prozent zu Kaufhof und seinen Investments in Deutschland und Europa", sagte dagegen ein HBC-Sprecher.

(bsc/rtr)
 
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