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Düsseldorf
Neuer Henkel-Chef plant große Zukäufe

Düsseldorf. 425 Millionen Euro liegen auf der Bank - das will Hans Van Bylen nutzen. Persil wird derweil zur Weltmarke. Von Reinhard Kowalewsky

Seit 1. Mai führt der Belgier Hans Van Bylen nach mehr als 30 Jahren bei Henkel den Konzern, gestern stellte er klar, dass er bei vielen Themen auf Kontinuität zum dänischen Amtsvorgänger Kasper Rorsted setzt: Es bleibt beim "Du" als quasi offizielle Ansprache im Top-Management - Finanzvorstand Carsten Knobel sprach er mit Carsten an, wenn der auf Fragen von Journalisten antworten sollte.

Es bleibt bei der Strategie, einerseits auf Industriekunden mit vielen Produkten der Klebstoffsparte zu setzen, andererseits aber auch Privatkunden bei Haarpflege und mit Waschmitteln zu begeistern. Und mindestens so stark wie Ror-sted scheint Van Bylen nun auf große Zukäufe zu setzen. "Ich freue mich, dass wir eine starke Finanzposition haben", sagte er mit leicht flämisch-angelsächsischer Tonlage unter Verweis auf ein Nettoguthaben von 425 Millionen Euro, nachdem Henkel früher Milliardenschulden hatte. Allerdings kaufe Henkel mit Bedacht: "Akquisitionen sind auf unserer Agenda. Sie müssen aber zu uns passen. Der Preis muss stimmen. Und das Ziel muss verfügbar sein."

Dabei legte der Düsseldorfer Dax-Konzern ein exzellentes Quartalsergebnis vor: Die bereinigte Umsatzrendite lag mit 16,8 Prozent höher als in jedem der vergangenen fünf Jahre jeweils für das ganze Jahr. Der Umsatz stieg rein organisch um fast drei Prozent - allerdings führte die Abwertung einiger Währungen wie speziell des Dollars dazu, dass der Umsatz in Euro gerechnet nur um 0,6 Prozent hochging.

Als Teil der Strategie will der Konzern starke Marken noch mehr rund um den Globus verbreiten. Mit einem gewissen Stolz erzählte Van Bylen dazu, dass es Persil mittlerweile in 50 Staaten der Erde gebe - und dank Sponsoring der riesigen Sportveranstaltung "Superbowl" in den USA würde das Waschmittel auch im wichtigsten Markt der Welt zunehmend beliebt.

Der verheiratete Vater von drei Kindern sagte auch einiges zur Firmenkultur unter seiner Führung. Er stehe zur "gelebten Leistungskultur" von Henkel. Damit meine er, dass die Belegschaft stolz sein solle auf großen Erfolg weltweit, den man als "starkes Team" erreicht habe. Das Unternehmen sei gut aufgestellt, um sich trotz Gegenwind in manchen Märkten zu behaupten.

Quelle: RP
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