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Frankfurt
Neuer Sparkassen-Präsident kommt aus Heidelberg

Frankfurt. Helmut Schleweis soll Georg Fahrenschon folgen, der wegen einer Steueraffäre abgetreten ist.

Der Vorstandschef der Sparkasse Heidelberg, Helmut Schleweis, soll neuer Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) werden. Diesen Personalvorschlag beschloss gestern die Verbandsvorsteherkonferenz der Sparkassen-Finanzgruppe in Frankfurt. Der 63-Jährige soll Georg Fahrenschon nachfolgen, der sein Amt wegen einer Steueraffäre zum 24. November niedergelegt hatte.

Schleweis ist ein Urgestein der deutschen Sparkassenszene. Er machte seine Lehre als Bankkaufmann bei der Sparkasse Heidelberg und ist bei dem Institut seit 1973 tätig. Zugleich ist Schleweis seit 2010 Bundesobmann der deutschen Sparkassen und zählte damit zur Führungsreserve des Verbands.

Die Verbandsvorsteherkonferenz wird von den regionalen Sparkassen-Präsidenten gebildet. Diese gingen davon aus, dass die Neuwahl des DSGV-Präsidenten noch vor Weihnachten 2017 stattfinden werde, heißt es in einer Mitteilung des DSGV. Schleweis solle das Spitzenamt zum nächstmöglichen Termin antreten. "Das einstimmige Votum der Verbandsvorsteher ist ein großer Vertrauensbeweis und bietet mir eine gute Grundlage für die schwierigen Aufgaben, die vor uns liegen", sagte der designierte Präsident der mächtigen Finanzgruppe.

"Mit Helmut Schleweis übernimmt einer der profiliertesten und erfahrensten Sparkassenmanager die Aufgaben des Präsidenten. Die Präsidenten der Regionalverbände freuen sich, dass damit die strategische Ausrichtung der Sparkassen-Finanzgruppe in beste Hände übergeben wird", erklärte Thomas Mang. Mang führt übergangsweise den Spitzenverband der rund 400 deutschen Sparkassen. Auch er war als neuer Präsident im Gespräch, hatte aber ebenso abgewunken wie der rheinische Sparkassen-Präsident Michael Breuer.

Der bayerische Ex-Finanzminister Fahrenschon hatte einen Strafbefehl wegen zu spät eingereichter Steuererklärungen vor seiner geplanten Wiederwahl verheimlicht. Deshalb entzogen ihm mehrere Regionalverbände das Vertrauen. Fahrenschon führte den Sparkassenverband seit 2012. Kurz vor seiner geplanten Wiederwahl am 10. November wurde sein Problem mit dem Finanzamt bekannt. Der frühere CSU-Politiker hatte seine Steuererklärungen für 2012 bis 2014 erst im vergangenen Jahr eingereicht, das Münchner Amtsgericht erließ einen Strafbefehl wegen Steuerhinterziehung.

Quelle: RP
 
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