| 07.28 Uhr

Berlin
Neuer Streit zwischen Hebammen und Kassen

Berlin. Der Streit zwischen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und dem Hebammenverband ist erneut eskaliert. Beide Seiten konnten sich nicht einmal auf ein einfaches Antragsformular einigen, mit dem die Hebammen die Erstattung ihrer stark gestiegenen Haftpflichtversicherungs-Kosten beantragen sollen, wie der GKV-Spitzenverband auf Anfrage mitteilte. Damit droht vielen Hebammen im neuen Jahr das Aus.

Zum Hintergrund: Die Haftpflichtversicherung ist um 23 Prozent auf jährlich 6274 Euro für freiberufliche Hebammen gestiegen. Da viele Hebammen das nicht tragen können, gab es einen langen Streit mit den Kassen. Im September hatte ein Schiedsgericht einen Schiedsspruch gefällt. Danach bekommen Hebammen mehr Geld, müssen aber auch Qualitätskriterien einhalten. Hausgeburten sind unter bestimmten Umständen (Diabetes der Mutter, Blutgruppen-Inkompatibilität) ausgeschlossen. Der Deutsche Hebammenverband (DHV), der 2300 Hebammen vertritt, lehnt den Schiedsspruch ab und will dagegen klagen.

"Ich appelliere an den DHV, im Sinne seiner Mitglieder zu agieren. Wer auf Blockadehaltung setzt und selbst Lösungen bei einfachen Verfahrensfragen verweigert, läuft Gefahr, den Realitätsbezug zu verlieren", sagte Johann von Stackelberg, Vize-Chef des GKV-Spitzenverbandes. "Wir wollen, dass die Hebammen vor Ort schnell und unbürokratisch den Ausgleich für die gestiegenen Kosten der Haftpflichtversicherung erhalten." Wenn das nicht mit dem DHV gelinge, würden die Kassen andere Lösungen anbieten. "Es darf nicht sein, dass die einzelne Hebamme unter dem Versagen ihrer Interessensvertretung leidet."

(anh)
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