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Siemens-Korruptions-Affäre: Neuer Verdacht gegen Ex-Chef Pierer

zuletzt aktualisiert: 12.04.2008 - 13:49

Hamburg (RPO). Heinrich von Pierer soll als Vorstandvorsitzender von Siemens mehr über die Korruption in dem Unternehmen gewusst haben als bisher bekannt. Das meldet das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" unter Berufung auf einen Bericht des ehemaligen Leiters der Siemens-internen Kommission gegen Korruption, Albrecht Schäfer.

Das belastende Dokument ist ein Bericht vom 3. Mai 2004. Darin setzte Schäfer Pierer und mehrere Mitglieder des Zentralvorstandes in Kenntnis über die Entscheidung eines italienischen Untersuchungsrichters, wegen Bestechung gegen Siemens zu ermitteln. 

Aus dem Bericht geht offenbar hervor, dass es bei Siemens schwarze Kassen sowie weitere systematische Korruptionspraktiken gab. Hinter dem Vermerk "zur Kenntnis" stehen mehrere Namen, darunter auch der Pierers. Das ist nach Angaben des "Spiegels" ein Hinweis dafür, dass Pierer der Inhalt des Berichtes bekannt war.

Vor der Aufsichtsratssitzung am 29. April will die neue Konzern-Führung die Rolle der früheren Vorstände aufklären. Der neue Siemens-Korruptionsbeauftragte Andreas Pohlmann sagte am Freitag gegenüber dem "Handelsblatt", nach seiner Einschätzung seien die früheren Vorstände "entweder aktiv am korruptionsskandal beteiligt, oder sie haben die Sache übersehen, dann liegt eine Aufsichtsverletzung auf der Hand", so Pohlmann.

Wenn sich die Vorwürfe gegenüber früheren Mitgliedern der Siemens-Führung bestätigen, könnten ihnen auch Schadensersatzfordungen drohen. "Natürlich wollen wir Schadensersatz für den Schaden bekommen, der uns entstanden ist. Das können im Einzelfall Beträge im Millionenbereich sein", sagte Pohlmann.

    

Quelle: afp

 
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