Hamburg (rpo). Warum kleckern, wenn man auch klotzen kann? Dachten sich wohl auch die Verantwortlichen bei der Deutschen Bahn, als sie über die Bezüge der bislang offenbar völlig unterbezahlten Aufsichtsräte berieten. Kurzerhand erhöhte man die Vergütungen um rund 200 Prozent.
Bahnchef Mehdorn hatte noch höhere Summen gefordert. Foto: ddp
Bahn-Chef Hartmut Mehdorn und Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) haben sich nach Informationen des Hamburger Nachrichtenmagazins "Spiegel" darauf geeinigt, allein die festen Bezüge der Kontrolleure fast zu verdreifachen.
Zudem sollen den Aufsichtsräten Prämien gewährt werden, die vom Unternehmenserfolg abhängen. Einfache Mitglieder des Gremiums erhalten demnach bislang eine Fixsumme von 10.500 Euro jährlich, die nun auf 30.000 Euro angehoben wird.
Der Vorsitzende des Bahn-Aufsichtsrats, Ex-Wirtschaftsminister und RAG-Chef Werner Müller, bekommt laut "Spiegel" derzeit 21.000 Euro. Künftig würden dies 60.000 Euro sein. Sein Stellvertreter kann dem Bericht zufolge die Grundvergütung von 15.750 auf 45.000 Euro steigern.
Ähnliche Modelle mit variablen Komponenten gebe es bei der Deutschen Telekom, der Deutschen Post und der Lufthansa. Die Aufbesserung bei der Bahn "soll die Bezüge der Aufsichtsräte etwa auf das Niveau, das bei ehemaligen, inzwischen privatisierten Bundesunternehmen üblich ist, anheben", sagte ein Vertrauter des Ministers dem Magazin.
Bisher schlug die jährliche Gesamtvergütung des Bahn-Aufsichtsrats laut "Spiegel" mit etwa 300.000 Euro zu Buche, bei der Telekom betrug sie 2005 dagegen zwei Millionen Euro, bei der Post 1,3 Millionen Euro. Mehdorn hatte ursprünglich noch höhere Beträge gefordert, angeblich, um kompetente Manager für die Kontrolljobs begeistern zu können.
Quelle: afp2