München (rpo). Beim Autobauer BMW weitet sich die Korruptionsaffäre um einen Einkaufsmanager offenbar aus. Der 54-jährige Mitarbeiter sei erneut verhaftet worden, teilte die Münchner Staatsanwaltschaft am Freitag mit.
Korruption bei BMW in großem Maße? Foto: rponline
Er soll von zwei Zulieferbetrieben insgesamt 450.000 Dollar erhalten haben und dafür die Firmen bei der Auftragsvergabe bevorzugt und mit Insider-Informationen versorgt haben. Er habe ein Teilgeständnis abgelegt.
Der Mann steht außerdem in Verdacht, von einer Zulieferfirma in Sachsen weitere 100.000 Dollar Schmiergeld angenommen zu haben.
"Der Fall hat sich ausgeweitet", sagte der leitende Oberstaatsanwalt Christian Schmidt-Sommerfeld. Neben dem BMW-Mitarbeiter sitzen drei weitere Personen in Haft. Wegen der laufenden Ermittlungen machte die Staatsanwaltschaft keine näheren Angaben zur Identität der drei Beschuldigten. Es seien aber unter anderem Mitarbeiter der Zulieferbetriebe, teilte die Staatsanwaltschaft weiter mit. Der 54-jährige Einkaufsleiter ist demnach der einzige BMW-Mitarbeiter, der in Haft sitzt.
Die Ermittlungsbehörden hatten bei einer neuerlichen Durchsuchungsaktion am 22. September Unterlagen bei den Zulieferbetrieben in Amberg und Vilsbiburg sowie in den Wohnungen der verantwortlichen Mitarbeiter sichergestellt. Die Auswertung soll noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wirkten BMW sowie die betroffenen Zulieferfirmen konstruktiv bei den Ermittlungen mit.
Quelle: ap