Hannover (rpo). Rund 3000 Beschäftigte streiken seit Montagmorgen gegen den geplanten Abbau von 300 Arbeitsplätzen im Pkw-Reifenwerk von Continental in Hannover-Stöcken. Mit einer von der IG Metall initiierten Demonstration wollen sie Conti-Chef Manfred Wennemer zum Einlenken bewegen. Bundesweit soll es an allen 26 Conti-Standorten Betriebsversammlungen geben.
Bei Continental in Hannover steht die Produktion heute still. Foto: ddp
Die Proteste richten sich nach Angaben der Gewerkschaft gegen die Verlagerung von Arbeitsplätzen in Billiglohnländer und ganz konkret gegen die drohende Schließung der Pkw-Reifenproduktion in Hannover-Stöcken mit 320 Beschäftigten. Der Conti-Vorstand will diesen Zweig bis Mitte 2007 stilllegen. Die Gewerkschafter weisen darauf hin, dass das Werk "hochprofitabel" sei und beklagen zudem die Verletzung einer Betriebsvereinbarung vom Sommer 2005, in der die Sicherung der Pkw-Reifenproduktion bis Ende 2007 festgelegt worden sei.
Die Continental AG setzt in dem Dissens unterdessen auf eine einvernehmliche Lösung. "Wir sind unverändert gesprächsbereit und haben weiter Interesse an einer konstruktiven Einigung mit den Arbeitnehmervertretern", hatte ein Unternehmenssprecher am Sonntag erklärt. Er kündigte zudem an, dass Vertreter der Geschäftsleitung die Stöckener Beschäftigten am Montag regulär über Standortthemen informieren würden. Am Dienstag steht nach Gewerkschaftsangaben ein Gespräch zwischen Arbeitnehmervertretern und dem Conti-Vorstand an.
Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) wertete die Bereitschaft zum Einlenken indes als unglaubwürdig. Verhandlungen fänden am Verhandlungstisch statt und nicht durch öffentliche Ankündigungen, hieß es am Montag in einer Erklärung. Continental wolle lediglich vor der Demonstration Placebos verteilen.
Quelle: afp2