Walldorf (RPO). Auch die Schwergewichte der Börsenwelt werden durch die weltweiten Turbulenzen an den Märkten durchgerüttelt: Die Zuspitzung der Finanzkrise bereitet auch dem größten europäischen Softwareunternehmen SAP Probleme. Die Aktie verlor über 16 Prozent im Handel.
Die Aktie der SAP verlor im Handel am 06.10.2008 über 16 Prozent. Foto: AP
Vorstandssprecher Henning Kagermann sagte am Montagabend in Walldorf bei Heidelberg, die Entwicklung der Finanzmärkte in den letzten Wochen sei für viele Unternehmen dramatisch und beunruhigend. "Diese Sorgen führten zu einem sehr abrupten und unerwarteten Abschwung unseres Geschäftes unmittelbar vor Ende des dritten Quartals." Die Geschäftszahlen lägen unter den Erwartungen.
Im dritten Quartal wird der Umsatz mit Software- und softwarebezogenen Dienstleistungen vorläufigen Zahlen zufolge zwischen 1,97 und 1,98 Milliarden Euro liegen. Das entspreche einer Steigerung von 13 bis 14 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal, berichtete Kagermann. "Unsere Geschäftsgrundlage ist intakt", betonte er. Trotz aller Schwierigkeiten gehe man davon aus, weitere Marktanteile gewonnen zu haben.
Im dritten Quartal seien die um einmalige Akquisitionseffekte bereinigten Software- und softwarebezogenen Servieceerlöse um 16 bis 17 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode auf einen Wert zwischen 2,01 und 2,02 Milliarden Euro gestiegen. Kagermann sagte weiter: "Im Verlaufe des dritten Quartals waren wir zunächst sehr zuversichtlich, unsere Erwartungen erfüllen zu können". Leider habe sich das Unternehmen den Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise, wie sie seit der zweiten Septemberhälfte die Märkte erfasst habe, dann aber nicht entziehen können.
Die SAP-Aktie hatte in Franfurt am Main im Tagesverlauf über 16 Prozent nachgegeben. Am 28. Oktober will SAP die vorläufigen Ergebnisse für das dritte Quartal veröffentlichen.
Quelle: ap