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Neue Vier-Jahres-Strategie
Noch mehr Tempo bei Henkel

Noch mehr Tempo bei Henkel
Das Werksgelände von Henkel in Düsseldorf. FOTO: dpa, jps cul mjh
Meinung | Düsseldorf. Mit seiner neuen Vier-Jahres-Strategie beweist der Düsseldorfer Dax-Konzern Henkel Selbstbewusstsein und Stärke. Die Investitionen werden auf drei Milliarden Euro bis 2020 festgelegt, deutlich mehr als die bisher eingeplanten rund zwei Milliarden Euro der letzten vier Jahre. Von Reinhard Kowalewsky

Dabei betont der neue Vorstandschef Hans van Bylen auch, dass er auf Akquisitionskurs bleibt. Die zehn wichtigsten Marken sollen in einigen Jahren 75 Prozent des Umsatzes statt nur 60 Prozent ausmachen – damit gehört Markenfamilien wie rund um Henkel oder Somat die Zukunft. Und der Gewinn pro Vorzugsaktie soll jedes Jahr zwischen sieben und neun Prozent steigen – das ist zwar etwas weniger, als das bisherige Ziel von zehn Prozent Wachstum im Jahr, ist aber weiterhin ambitioniert. Immerhin würde der Gewinn je Aktie in nur vier Jahren mindestens 40 Prozent hoch gehen – die Aktie könnte trotz hoher Bewertung also weiter steigen, obwohl sie heute früh etwas abrutschte.

Gleichzeitig ist interessant, dass Vorstandschef Hans van Bylen sich bei einer Reihe an Details weigert, so konkrete Festlegungen wie Amtsvorgänger Kasper Rorsted zu treffen: Der hatte sich vor vier Jahren festgelegt, dass in den Wachstumsländern fünfzig Prozent des Umsatzes gemacht werden soll. Das wurde verfehlt und van Bylen hält bewusst offen, in welche Richtung Henkel nun expandieren soll. Rorsted hatte auch ein konkretes Umsatzziel von 20 Milliarden Euro für 2016 formuliert – van Bylen belässt es lieber bei der etwas allgemeineren Vorgabe, ohne Übernahmen jedes Jahr um zwei bis vier Prozent wachsen zu wollen.

Für die Belegschaft in Düsseldorf und global hat die neue Strategie die Hauptbedeutung, dass sie noch flexibler werden soll und muss: Eine höhere Agilität des  ganzen Unternehmens ist offizielles Hauptziel des Unternehmens geworden. Damit zieht der Konzern die Lehre aus Jahren der Dauerkrise in vielen Regionen und aus der zunehmenden Digitalisierung. Anders gesagt: Die Welt ist im Umbruch, also soll auch Henkel (noch) beweglicher werden. 

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