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Düsseldorf
NRW-Firmen lehnen starre Ausbildungsquote ab

Düsseldorf. Die Gewerkschaften haben sich mit ihrer Forderung nach konkreten Zusagen für zusätzliche Ausbildungsplätze in NRW vorerst nicht durchgesetzt. Dabei hatte der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in NRW, Andreas Meyer-Lauber, im Vorfeld des Ausbildungskonsenses "greifbare Ergebnisse" verlangt. Bei dem Treffen in der Staatskanzlei verhandelten Vertreter der Wirtschaft, der Bundesagentur für Arbeit, der Gewerkschaften und der Landesregierung darüber, wie mehr Jugendliche eine Lehrstelle bekommen können. Nach dem Termin waren die Arbeitgeber zufrieden: "Es ist gut, dass nicht am Ende irgendwelche Fantasiezahlen herauskamen. Wir wollen keine planwirtschaftlichen Quoten", sagte der Hauptgeschäftsführer von Unternehmer NRW, Luitwin Mallmann. Man habe sich auf eine praktikablere Lösung geeinigt: Auf regionaler Ebene haben die Bezirke des Ausbildungskonsenses Handlungspläne vorgelegt, die jetzt umgesetzt werden und die Besonderheiten vor Ort berücksichtigen. Zudem will Rot-Grün eine Kampagne vorantreiben, mit der das Matching-Problem gelöst werden soll - also der Umstand, dass sich viele Jugendliche nur für bestimmte Lehrstellen interessieren und andere Branchen aus dem Blick verlieren.

Mit Blick auf die Gewerkschaftskritik im Vorfeld des Treffens sagte Mallmann, es sei richtig, dass die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge zwar leicht rückläufig sei. "Das kann man aber - anders als DGB-Chef Meyer-Lauber es tut - auch als Stabilisierung auf hohem Niveau interpretieren. Wir haben in NRW die deutschlandweit höchste Ausbildungsquote - also die Anzahl von Lehrlingen pro Betrieb - mehr sogar als in Bayern oder Baden-Württemberg." Mallmann forderte, dass die Gewerkschaften dies auch anerkennen, "anstatt gebetsmühlenartig rumzumosern".

Die mit den Gewerkschaften erarbeiteten Vorschläge für junge Flüchtlinge sollen nun erst einmal auf Arbeitsebene diskutiert werden. "Ich hatte den Eindruck, dass die Landesregierung für das Problem der 18- bis 25-jährigen Flüchtlinge, die nicht mehr der Schulpflicht unterliegen, sensibilisiert wurde", so Mallmann. "Unsere Vorschläge scheinen ein Weckruf gewesen zu sein."

(maxi)
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