Finanzkrisen in EU-Ländern: Oettinger sieht Euro in Gefahr
zuletzt aktualisiert: 06.02.2010 - 10:27Reutlingen (RPO). Der designierte EU-Kommissar Günther Oettinger (CDU) sieht die "Stabilisierung der Währung" als größte Herausforderung für Europa. "Der Euro ist in Gefahr, instabil zu werden", sagte der scheidende baden-württembergische Ministerpräsident. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sieht das anders.
Oettinger verwies im "Reutlinger General-Anzeiger" auf die dramatisch zugespitzte Haushaltslage in mehreren Euroländern. Neben Griechenland seien zunehmend auch Spanien, Portugal, Lettland, Irland und Italien betroffen. Diese Aufgabe zu bewältigen sei "vordringlich", so Oettinger.
Bundesfinanzminister Schäuble allerdings glaube nicht, dass die Finanzprobleme der Länder die Europäische Währung letztlich gefährden können. "Der Euro bleibt stabil", sagte Schäuble im kanadischen Iqaluit. Die harschen Marktreaktionen auf diese Probleme im Euro-Raum hält Schäuble für überzogen. "Die Märkte neigen zu Überreaktionen", sagte er.
"Griechenland muss die Erfahrung machen, dass, wenn man über lange Zeit die Regeln nicht einhält, man einen hohen Preis zahlen muss", sagte der deutsche Minister weiter. Die EU habe dem Land harte Spar-Auflagen gemacht, damit dessen Staatshaushalt wieder in Ordnung komme. Sie werde auch darauf achten, dass diese Auflagen erfüllt würden. "Europa kümmert sich", sagte Schäuble.
Sorge bereitet Schäuble immer noch die auslaufende Finanz- und Wirtschaftskrise. Es sei gemeinsame Überzeugung aller, dass diese "noch nicht ganz überwunden" sei, sagte der Minister. "Ich bin genauso besorgt, dass wir nicht rechtzeitig eine vernünftige Exit-Strategie zustande bringen", ergänzte er.
Dabei müsse man im Auge haben, dass mit der vielen Liquidität und den vielen Krisenprogrammen nicht die Basis für Überhitzungen gelegt werde. Dies sei ein wichtiger Punkt bei den G7-Beratungen.
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