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Berlin
Opel-Chef Neumann bestreitet Schummel-Vorwürfe

Opel Abgas-Skandal: Karl-Thomas Neumann bestreitet Schummel-Vorwürfe
FOTO: Opel
Berlin. Opel-Chef Karl-Thomas Neumann will Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) heute bei einem Besuch im Berliner Ministerium persönlich von der Unschuld seines Konzerns überzeugen. Neue Manipulationsvorwürfe bei der Abgasreinigung neuester Opel-Dieselfahrzeuge seien unbegründet, sagte Neumann gestern in einer Erklärung. "Es gilt nach wie vor: Wir bei Opel setzen keine illegale Software ein. Unsere Motoren entsprechen den gesetzlichen Vorschriften", erklärte der Auto-Manager.

Die Opel-Delegation mit Neumann an der Spitze trifft auf die Untersuchungskommission des Verkehrsministeriums, die von Dobrindts Staatssekretär Michael Odenwald geleitet wird. Diese Kommission hatte Dobrindt bereits zur Untersuchung der Vorwürfe gegen VW eingesetzt. Ihr gehören nur Vertreter des Ministeriums und des Kraftfahrtbundesamtes an, Dobrindt hatte sich deshalb den Vorwurf gefallen lassen müssen, die Kommission sei nicht unabhängig genug. Sie wird allerdings wissenschaftlich begleitet vom Münchner Motorenexperten Georg Wachtmeister.

"Der Spiegel" und das ARD-Magazin "Monitor" hatten in Zusammenarbeit mit der Deutschen Umwelthilfe Recherchen vorgelegt, die auf möglicherweise illegale Abschaltvorrichtungen bei der Abgasreinigung neuester Opel-Dieselmodelle hindeuten. Auswertungen der digitalen Motorsteuerung durch einen Hacker hätten ergeben, dass die Reinigung nicht nur bei bestimmten Temperaturen abgeschaltet wird.

Auch innerhalb dieses von Opel eingeräumten "Thermofensters" soll die Reinigung bei hohen Drehzahlen, hohen Geschwindigkeiten und niedrigem Außenluftdruck aussetzen. Die Folge wäre ein überhöhter Ausstoß von Stickoxiden.

Opel hatte noch vor wenigen Tagen im Rahmen einer Untersuchung des Kraftfahrtbundesamtes erklärt, dass die Abgasreinigung innerhalb des Fensters im vollen Umfang funktioniert. Betroffen sind die als besonders sauber beworbenen 1,6-Liter-Dieselmotoren nach der Abgasnorm Euro 6. Auch der Hersteller Fiat ist vorgeladen worden, weil seine Filteranlagen im Verdacht stehen, regelmäßig nach 22 Minuten Laufzeit abzuschalten.

(mar/dpa)
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