Jobstreichungen in Kaiserslautern: Opel-Betriebsrat glaubt nicht an Stellenabbau
zuletzt aktualisiert: 28.07.2010 - 17:06Kaiserslautern/Bochum (RPO). Der Betriebsratsvorsitzende des Opelwerks Kaiserslautern, Alfred Klingel, glaubt nicht an einen Abbau von 300 Stellen an dem Standort in der Pfalz. "Es werden auf jeden Fall weniger", sagte Klingel am Mittwoch im Gespräch mit der Nachrichtenagentur ddp. Gegen eine solche Verringerung der Arbeitsplätze spreche die derzeit gute Auslastung des Werks. "Im Moment läuft es bei uns sehr gut und wir fahren Sonderschichten", sagte Klingel.
Am Mittwoch waren weitere Details eines Mantelvertrags zwischen Unternehmensleitung und Arbeitnehmervertretern bekannt geworden, denen zufolge der Mutterkonzern General Motors (GM) bis Anfang 2015 auf weitere Kündigungen verzichten will. Ein Opel-Sprecher in Rüsselsheim bestätigte auf ddp-Anfrage, dass die Grundzüge dieser Einigung bereits Ende Mai in einer europaweiten Rahmenvereinbarung veröffentlicht worden seien.
In dem jetzt bekannt gewordenen Vertrag stehen aber auch Angaben zum Personalabbau, von denen die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtete, die Opel aber nicht kommentieren wollte. Demnach sollen in Rüsselsheim 485 und in Bochum 1488 Stellen gestrichen werden. Kaiserslautern werde künftig zu einem Schwerpunkt für Press- und Komponentenfertigung ausgebaut. In Rüsselsheim werde weiterhin das Modell Astra produziert und ein Entwicklungszentrum auch für den Mutterkonzern GM sein.
Unternehmensleitung und Betriebsräte legten in dem "Master Agreement" außerdem fest, dass die jährlichen Personalkosten von Opel in Deutschland um 177 Millionen Euro gesenkt werden. Dafür verzichtet die Belegschaft auf Einmalzahlungen und Teile des Urlaubsgelds. Die Regelung wird allerdings erst gültig, wenn das eingesparte Geld auf ein Treuhandkonto überwiesen und für Investitionen in die Standorte ausgezahlt wird.
Zudem soll die Rechtsform von Opel von einer GmbH in eine AG umgewandelt werden. Die Gehaltseinbußen würden von der Belegschaft weitgehend akzeptiert, sagte Betriebsratschef Klingel, der mit der neuen Vereinbarung grundsätzlich zufrieden sei.
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