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Düsseldorf
Platz da! Rasenroboter im Einsatz

Düsseldorf. Immer mehr Hobbygärtner schaffen sich die elektronischen Mähhelfer an. Mit ihren scharfen Messern können sie jedoch gefährlich werden. Von Laura Ihme

Die Zeiten, in denen Roboter bloß Figuren in Science-Fiction-Filmen waren, sind längst vorbei. Mehr und mehr halten die elektronischen Helfer auch Einzug in die normalen Haushalte. Einer dieser Helfer ist der Rasenroboter als Ersatz zum herkömmlichen Mäher. Der wird nur einmal installiert und programmiert und kümmert sich fortan selbstständig um den heimischen Rasen - soweit die Theorie.

Doch ganz so fehlerlos wie gewünscht laufen die Geräte meist nicht, und auch in Sachen Sicherheit ist Vorsicht geboten. Das hat bereits die Stiftung Warentest im Jahr 2014 festgestellt. Von acht damals getesteten Modellen erhielten nur zwei Geräte ein "Gut", vier wurden mit der Note "Befriedigend" bewertet, ein weiteres mit "Ausreichend" und ein Modell erhielt sogar ein "Mangelhaft". Größter Kritikpunkt waren damals die Sicherheit und Fehleranfälligkeit der Roboter. "Die Geräte waren unterschiedlich störanfällig und verhakten sich zum Beispiel in engen Ecken des Gartens. Viele erkannten außerdem keine Begrenzungen und Hindernisse und mähten dann das Blumenbeet neben dem Rasen gleich mit", sagt Christiane Böttcher-Tiedemann, Projektleiterin der Stiftung Warentest. Dabei sollten die Roboter mittels Sensoren und rund um den Garten verlegten Begrenzungskabeln Hinternisse eigentlich sofort erkennen können.

Wenn sie jedoch genau das nicht tun, kann es gefährlich werden - etwa wenn das Hindernis nicht ein Blumenbeet, sondern der Fuß des Gartenbesitzers oder ein spielendes Kind auf dem Rasen ist. "Wer Kinder im Haushalt hat, sollte sich deshalb überlegen, ob er sich tatsächlich einen Rasenroboter anschafft", sagt Böttcher-Tiedemann. Denn fährt der Roboter tatsächlich über Gliedmaßen, sind diese kaum noch zu retten.

Das zeigt auch ein Vorfall aus dem Herbst 2015, bei dem in Niedersachsen ein Roboter den Fuß eines Kindes, das das Gerät im Garten des Nachbarn entdeckt hatte, erwischte. Trotz OP hätte das Kind den Fuß damals fast verloren. "Wenn man also nicht sicher sein kann, dass kein Kind - auch nicht aus dem Nachbargarten - einen Zugang zu dem mähenden Roboter hat, sollte man ihn nicht aus den Augen lassen", fasst Christiane Böttcher-Tiedemann zusammen.

Auch die Händler schließen sich weitestgehend dieser Empfehlung an. "Das Gerät ist zwar ein Roboter, es ist aber auch immer noch ein Rasenmäher mit scharfen Messern. Da ist immer Vorsicht geboten", sagt etwa Heribert Wettels, Sprecher der Husqvarna Group, die unter ihrem eigenen Namen und unter ihrer Tochtermarke Gardena Rasenroboter vertreibt. Ähnlich äußert man sich auch bei Honda. Das Unternehmen vertreibt den Rasenroboter Miimo, der mit der Note 2,1 zum Testsieger der Stiftung Warentest erklärt wurde. Gelassener ist man bei Bosch: Der Roboter habe Sensoren, die Hindernisse erkennen müssten, heißt es. Den Rasenmäher zu beobachten, widerstrebe dagegen dem gesamten Konzept der Roboter, das schließlich auf Selbstständigkeit beruhe.

Tastsächlich ist die Autonomie eines der Hauptargumente für den Kauf eines Rasenroboters. "Wer sich keine Arbeit mit seinem Rasen machen möchte, für den lohnt sich der Kauf eines Rasenroboters", sagt auch Böttcher-Tiedemann. Einmal richtig programmiert, ziehen die Roboter in festen Zyklen selbstständig von ihrer Ladestation los, mähen gleichmäßig und produzieren keinen Abfall, da die abgemähten Grashalme einfach auf dem Boden liegengelassen werden und den Rasen düngen. Losziehen können die Rasenroboter zu fast jeder Tageszeit: Mit ihren kleinen Motoren sind sie nämlich viel leiser als die elektronischen Hand-Rasenmäher. Allerdings mähen die Roboter öfter und länger - zum Leidwesen mancher Nachbarn.

Für welche Gartengröße die Mäher geeignet sind, hängt vom jeweiligen Modell ab: Die meisten Roboter können jedoch Gärten mit einer Fläche von 700 bis 2000 Quadratmeter beackern. Das hat seinen Preis: Unter 1000 Euro ist kein Modell zu haben. Hinzu kommen Kosten für Ersatzmesser, Ersatzakku sowie für die Erstinstallation der Geräte, die zum Beispiel bei Honda und Husqvarna - unter anderem aus Sicherheitsgründen - obligatorisch ist. Zum Vergleich: Ein herkömmlicher Elektrorasenmäher ist ab unter 100 Euro zu haben. Bloß die Arbeit, die hat man dann selbst.

Quelle: RP
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