| 08.50 Uhr

Warschau
Polens Präsident schickt die Bank-Aktien auf Talfahrt

Warschau. Der polnische Präsident Andrzej Duda hat einen Gesetzentwurf zur Umwandlung von Immobilienkrediten unterbreitet. Dabei sollen in Schweizer Franken aufgenommene Darlehen in die heimische Währung getauscht werden. Sie sollen auf Basis eines "fairen Wechselkurses" auf Zloty umgestellt werden können. Um für die betroffenen Institute die Kosten für diese Aktion zu begrenzen, soll die Banksteuer um bis zu 20 Prozent gesenkt werden. Die Aktienkurse der betroffenen Geldhäuser fielen trotzdem. Die Papiere von Marktführer PKO gaben um 1,5 Prozent nach, die Aktien von BZ WBK verbilligten sich um 1,9 Prozent und die von mBank um 2,2 Prozent.

Mehr als eine halbe Million Polen haben Hypothekenkredite in der Schweizer Landeswährung Franken aufgenommen, da diese vor Jahren zu geringeren Zinssätzen angeboten wurden. Die Schweizer Notenbank SNB hob allerdings 2015 überraschend die Kopplung an den Euro auf, wodurch sich der Franken deutlich verteuerte. Das brachte viele Polen in Zahlungsschwierigkeiten.

Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat die Kreditwürdigkeit Polens herabgestuft. Als Grund wurde die umstrittene Politik der neuen konservativen Regierung genannt. Die Bonitätsnote für das Land sinkt von "A-" auf "BBB+". Der Ausblick ist zudem negativ, was weitere Abstufungen möglich macht.

(rtr/dpa)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Warschau: Polens Präsident schickt die Bank-Aktien auf Talfahrt


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.