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Essen
Politik warnt Steag vor Braunkohle-Übernahme

Essen. Politiker warnen den Essener Versorger Steag, sich an der ostdeutschen Braunkohle zu beteiligen, die Vattenfall verkaufen will. Die Grünen-Energieexpertin im Bundestag, Bärbel Höhn, sagte in Richtung der NRW-Stadtwerke, die Steag-Eigentümer sind: "Nach der Steag soll jetzt der nächste altersschwache Gaul gekauft werden. Ich kann nur sagen: Hände weg!" Die Braunkohle werde wegen des Klimaschutzes weiter Marktanteile verlieren. "Schon der Steag-Kauf durch die hochverschuldeten Ruhrgebietsstädte war hoch riskant. Jetzt will man sich ins nächste Kohle-Abenteuer stürzen", warnte Höhn. Ähnlich äußerte sich Wibke Brems für die Landtagsfraktion.

"Dass hochverschuldete Städte im Ruhrgebiet finanziell äußerst riskante Geschäfte nicht scheuen, zeigte schon der auf Pump finanzierte Kauf der Steag. Der Betrieb ganzer Tagebaue in der Lausitz gehört nicht zur kommunalen Daseinsvorsorge. Es kann nicht richtig sein, dass Lokalpolitiker zu Lasten der Menschen im Ruhrgebiet Global Player spielen", sagte Dietmar Brockes von der FDP-Landtagsfraktion.

Die Bezirksregierung Düsseldorf könnte die Steag aber nicht an der Übernahme der Braunkohle hindern. Sie hatte zwar den Einstieg der Kommunen bei der Steag intensiv geprüft. "Doch für die weitere Geschäftspolitik sind wir nicht mehr zuständig", sagte der Sprecher der Bezirksregierung.

Wie berichtet, hat die Steag Interesse an der ostdeutschen Braunkohle von Vattenfall. Auch Gewerkschafts-Chef Vassiliadis mache sich für den Plan stark, heißt es. Er hoffe, dass so die 8000 ostdeutschen Arbeitsplätze in gute Hände gelangen. Das Wirtschaftsministerium Sachsen fordert nun, bei der Auswahl des Käufers auf die Jobs zu achten: "Entscheidend ist, dass Arbeitsplätze und die Zukunft des Braunkohleabbaus und der Verstromung in der Lausitz gesichert sind." Ähnlich äußerte sich Brandenburg. Die Steag betonte erneut, dass sie ihre Fühler nicht ausstrecke. Konzern-Kreise widersprechen dem, Steag-Chef Rumstadt habe Gespräche geführt.

(anh)
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