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Umsatz gesteigert: Porsche fährt auf der Überholspur

zuletzt aktualisiert: 28.11.2007 - 11:30

Stuttgart (RPO). Porsche auf der Überholspur: Der Sportwagenbauer ist mit einem Umsatzplus von 14,7 Prozent ins neue Geschäftsjahr gestartet. Der Absatz legte sogar um fast 20 Prozent zu. Der Vorstand freut sich über mehr als doppelt so hohe Bezüge. Das Unternehmen ist der kleinste deutsche Autoproduzent - und der rentabelste der Welt. Warum eigentlich?

Wie Porsche-Vorstandschef Wendelin Wiedeking am Mittwoch in Stuttgart mitteilte, stieg der Umsatz in den ersten vier Monaten des Geschäftsjahres 2007/08 um etwa 14,7 Prozent auf 2,36 Milliarden Euro. Der Absatz legte von August bis November den vorläufigen Zahlen zufolge um 18,4 Prozent auf 30.700 Sportwagen zu. Porsche halte weiter Spur, sagte Wiedeking.

Im laufenden Jahr wolle das Unternehmen an das hohe Absatzniveau des Vorjahres anknüpfen. Dazu werde vor allem der Cayenne beitragen. Wiedeking bekräftigte allerdings auch, dass Porsche den nächsten großen Wachstumsschub erst mit der Markteinführung des Panamera im Jahr 2009.

Der Porsche-Vorstand profitiert kräftig von dem Rekordergebnis des vergangenen Geschäftsjahres. Die Bezüge wurden auf 112,7 Millionen Euro mehr als verdoppelt, wie das Unternehmen berichtete. Im Vorjahr waren es noch 45,2 Millionen Euro. In den Bezügen des abgelaufenen Geschäftsjahres 2006/2007 seien erfolgsbezogene Komponenten in Höhe von 107,3 Millionen Euro (Vorjahr: 40,1) enthalten. Der Einzelverdienst von Vorstandschef Wendelin Wiedeking wurde nicht veröffentlicht.

Marken-Image lockt Käufer

Heute ist das Marken-Image von Porsche ein wichtiges Kaufargument. Die Marke verkörpert den Inbegriff des Fahrens. Kein anderer Sportwagen, das sagen Kenner, lässt sich so leicht steuern und bereitet gleichzeitig so viel Fahrspaß. In den USA ist Porsche sogar die einzige deutsche Automarke, die es auf den Spitzenrang geschafft hat.

Das Marken-Image steuert Porsche vor allem über den Preis. Für das günstigste Modell, den Boxster, muss der Kunde mindestens 45.000 Euro hinblättern. Aber er kann sich sicher sein, ein exklusives Auto zu fahren. Laut Studien sind Porsche-Fahrer Individualisten, die das Spezielle suchen. Verbunden mit einer tadellosen Technik - in der ADAC-Pannenstatistik taucht ein Porsche nur selten auf - steht der kleinste deutsche Autobauer für Qualität und Emotionen.

Die größte Stärke von Porsche ist seine Unabhängigkeit. Chef Wendelin Wiedeking widerstrebt es, das Unternehmen allein auf Größe zu trimmen. Die gescheiterte Idee der "Welt AG", wie sie einst DaimlerChrysler verfolgt hatte, hat gezeigt, dass Größe allein noch keinen Erfolg garantiert.

Auch im Streit um die umstrittene Mitbestimmungsregelung in der Porsche-Holding, die bei den Arbeitnehmervertretern von Volkswagen auf massive Kritik stößt, eine vertretbare Lösung finden. "Es war und es ist nicht unsere Absicht, Mitspieler zu demütigen", sagte Wiedeking.

Die Anteilseigner von Porsche hätten sich in der Aufsichtsratssitzung Mitte November nochmals klar und eindeutig für die Mitbestimmungsvereinbarung der künftigen Holding ausgesprochen. "Dieses Bekenntnis unterstreicht den Rückhalt, den das Vertragswerk bei den Familiengesellschaftern Porsche und Piëch hat", sagte Wiedeking. In der Porsche-Holding sind der VW-Anteil von derzeit 31 Prozent und das Geschäft des Sportwagenbauers gebündelt.

Die Arbeitnehmervertreter von Volkswagen befürchten, dass sie bei einer möglichen Übernahme in den Gremien der Holding nicht angemessen vertreten sind. Der Wolfsburger Konzern hat um ein Vielfaches mehr Beschäftigte als der Stuttgarter Sportwagenbauer. Der VW-Betriebsrat hatte vor ein paar Tagen Klage gegen die Vereinbarung eingereicht. Wiedeking sagte, wenn der letzte Schachzug anstehe, wollen man sich mit den Mitspielern auf Augenhöhe begegnen, "ihnen die Hand reichen und gemeinsam ein Projekt stemmen, das uns am Ende zuversichtlich in die Zukunft schauen lässt."

Cayenne erfolgreichste der drei Baureihen

Der Cayenne war die erfolgreichste unter den drei Baureihen in den ersten vier Monaten des Geschäftsjahres. Der Absatz stieg den vorläufigen Zahlen zufolge um 76 Prozent auf 13.400 Fahrzeuge. Beim 911-er verzeichnete Porsche ein Absatzplus von mindestens 3 Prozent auf 10.800 Fahrzeuge. Die Boxster-Baureihe einschließlich der Cayman-Modelle verbuchte dagegen einen Rückgang um rund 17 Prozent auf 6.500 Autos.

Auf dem wichtigsten Auslandsmarkt in Nordamerika geht es den Angaben zufolge mit einem voraussichtlichen Plus von 13,7 Prozent auf 10.750 Fahrzeuge weiter aufwärts. Deutschland verzeichne einen leichten Zuwachs von 2,1 Prozent auf etwa 3.950 Sportwagen. In den anderen Regionen ging es beim Absatz um mehr als 26 Prozent nach oben. Dort wurden den Angaben zufolge rund 16.000 Fahrzeuge abgesetzt.

Die VW-Beteiligung und Aktienoptionsgeschäfte hatten dem Sportwagenbauer im abgelaufenen Geschäftsjahr einen rasanten Gewinnsprung beschert. Der Vorsteuergewinn stieg auf den Rekordwert von 5,857 Milliarden Euro nach 2,110 Milliarden Euro im Vorjahr. Die Zahl der Mitarbeiter stieg um 1,6 Prozent auf 11.571 Beschäftigte.

Quelle: ap

 
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