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Börse sieht wenig Chancen: Porsche klagt um Aufnahme in Börsen-Index

zuletzt aktualisiert: 07.04.2003 - 19:01

Stuttgart/Frankfurt (rpo). Der Sportwagenbauer Porsche klagt gegen die Frankfurter Wertpapierbörse um die Aufnahme in die Börsen-Oberliga, den Prime Standard.

Dieser Teilbereich des Amtlichen Marktes sei Porsche bislang verwehrt, weil die Stuttgarter aus grundsätzlichen Erwägungen keine Quartalsberichte vorlegen, erklärte das Unternehmen. Deshalb habe man vor dem Verwaltungsgericht in Frankfurt Klage eingereicht.

Die Deutsche Börse AG gibt der Klage von Porsche auf Aufnahme in die Börsenoberliga "Prime Standard" allerdings wenig Chancen. "Die Börsenordnung, die die Zulassung zum Prime Standard regelt, basiert auf dem Börsengesetz", sagte eine Sprecherin am Montagabend. Sie sei von allen relevanten Gremien wie der hessischen Börsenaufsicht und dem Aufsichtsrat genehmigt worden.

"Quartalsberichte sind unerlässlich für eine moderne, internationale Kapitalmarktkommunikation", betonte die Sprecherin. Dies würden auch die Pläne der Europäischen Kommission zeigen, die Quartalsberichte für alle börsennotierten Unternehmen zur Pflicht machen will. Die Dr. Ing. h.c.F. Porsche AG sieht in der Börsenordnung des Frankfurter Handelsplatzes dagegen keine ausreichende Rechtsgrundlage. Seit Porsche im Jahr 2001 wegen der Verweigerung von Quartalsberichten aus dem Börsensegment MDAX flog, herrscht zwischen dem Sportwagenbauer und der Frankfurter Börse massive Verstimmung.

Porsche sieht sich inzwischen von wichtigen Wirtschaftsführern unterstützt, die ebenfalls Quartalsberichte kritisieren. Vorstandschef Wendelin Wiedeking sagte am Montag: "Porsche verfügt über eine breite Basis internationaler Investoren, die in unsere Vorzugsaktien investiert haben. Gerade im Blick auf unsere positive Unternehmensentwicklung würden wir uns im Prime Standard gut aufgehoben sehen." Der neu geschaffene Prime Standard ist eine wichtige Voraussetzung für eine Aufnahme in wichtige Aktienindizes wie den DAX oder den MDAX. Porsche war zu Jahresanfang die Aufnahme in diesen Standard verwehrt worden, die Aktien der Stuttgarter finden sich im nachgeordneten General Standard. Bei einer Zulassung im Prime Standard würde Porsche als sicherer DAX-Kandidat gelten.


 
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