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Berlin
Prämie für Elektroauto stößt nur auf geringes Interesse

Berlin. Einen Monat nach ihrer Einführung ist die Kaufprämie für Elektroautos noch keine Erfolgsgeschichte. Dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) lagen bis gestern erst 1791 Förderanträge mit einem Volumen von 6,5 Millionen Euro vor. Die größte Nachfrage gibt es in Bayern (468). NRW liegt mit 307 Förderanträgen an dritter Stelle. Bei den Herstellern führt BMW (581) deutlich vor Renault (444).

Für Experten ist die schwache Nachfrage keine Überraschung. "Die Prämie zeigt die Schwächen des Angebots. Die deutschen Autobauer müssen schneller werden", fordert Ferdinand Dudenhöffer, Automobilforscher an der Uni Duisburg-Essen. Zudem mangele es an Infrastruktur: "In Deutschland gibt es nur 5800 öffentliche Ladepunkte, Schnellladesäulen sind ganz besondere Mangelware." Für den ADAC sind die hohen Preise und fehlende Kostentransparenz Hauptgründe für ausbleibendes Interesse. "Die Fahrzeuge kosten zu viel, sind etwas für Eliten", sagt Christian Buric vom Automobilverband. Außerdem seien die Preismodelle an Ladesäulen zu unübersichtlich.

Bund und Autoindustrie hatten sich im Mai auf den Umweltbonus mit 1,2 Milliarden Euro Fördervolumen geeinigt. Ein Zuschuss von maximal 4000 Euro soll zum Kauf von Elektroautos animieren. Ziel sind bis zu 300.000 verkaufte Exemplare bis Mitte 2019 - dafür müssten rund 8300 Anträge pro Monat eingehen.

(p-m)
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